Finanzhaie lassen Preise für Agrarflächen in OÖ explodieren

In Oberösterreich ist ein Streit um den Verkauf von Agarflächen an Spekulanten entbrannt.

In Oberösterreich ist ein Streit um den Verkauf von Agarflächen an Spekulanten entbrannt.

Finanzinvestoren kaufen in Oberösterreich vermehrt Wälder, Felder und Wiesen. Die Folge: Die Preise haben sich verdoppelt. In Oberösterreich ist deshalb eine Diskussion um die Genehmigung derartiger Verkäufe entbrannt. Die Gemeinden wehren sich gegen die Vorwürfe, aber mit Einschränkungen.

Statt 7 Euro pro Quadratmeter werden schon 15 gezahlt

Ein Drittel der österreichischen Agrarflächen ist bereits in nicht bäuerlichem Besitz. Das treibt die Preise: Im oberösterreichischen Zentralraum kostete 2005 landwirtschaftlicher Nutzgrund mit guter Bonität bis zu 7 Euro, derzeit sind es mitunter 15 Euro und mehr, rechnen die "Oberösterreichischen Nachrichten" in ihrer aktuellen Ausgabe vor.

Können es sich Investoren richten?

Wer Agrarflächen erwerben will, muss diese laut Grundverkehrsgesetz ordnungsgemäß bewirtschaften können. Dazu braucht es eine landwirtschaftliche Fachausbildung oder Praxis-Kenntnisse. Seit 2006 genügt es, dass der Käufer eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung garantieren müsse, die auch eine Verpachtung ermöglicht.

Vor allem in der Bauernschaft, wird aber Kritik laut, wonach bei Grundverkehrsgeschäften "beide Augen zugedrückt" würden - von Politik, Behörden, Interessenvertretungen. Einflussreiche Unternehmer und Investoren könnten es sich richten und dabei schöne Renditen erzielen.

Gemeindebund verteidigt sich


Laut Gemeindebund-Präsident Johann Hingsamer arbeiten die für die Genehmigung zuständigen Grundverkehrskommissionen aber gewissenhaft. Besetzt sind diese offiziell weisungsfreien Gremien mit Beamten, Fachleuten und Interessenvertretern. Josef Peterseil, der Geschäftsführer des Siedlungsfonds des Landes, der Landwirte und Kauf-Interessenten berät und neben den Grundverkehrsbehörden sicherstellen soll, dass Agrarland vorrangig Bauern zukommt, berichtet sogar: "Manche Private, die die Auflagen nicht eingehalten haben, wurden von der Behörde veranlasst, ihre Grundstücke wieder zu verkaufen".

"Man kann nicht alles verhindern"

Das Grundverkehrsgesetz sei nicht zahnlos, stellte Peterseil fest. Wie Agrarlandesrat Max Hiegelsberger (ÖVP) betont er aber, dass man nicht alles verhindern könne und solle. "Wenn ein Privater schon Waldflächen besitzt, kann man ihm per Gesetz nicht verbieten, weiteren Wald zu kaufen", sagt Hiegelsberger. Bei Neueinsteigern müsse aber genau hingeschaut werden. Um doch Grenzen zu setzen, wurde das Ediktalverfahren eingeführt: Will ein Investor nicht selbst bewirtschaften, muss die Behörde den Grund vorher ausschreiben. Ist ein Bauer interessiert, bekommt dieser den Zuschlag.

Österreichs Lehrer verbringen nur wenig Zeit mit Unterrichten

Österreich

Österreichs Lehrer verbringen nur wenig Zeit mit Unterrichten

Wirtschaft

Rewe will 30 Zielpunkt-Filialen übernehmen

Wirtschaft

Mateschitz und Benko checken bei Checkrobin ein