3 Fakten zum neuen Crowdinvesting-Gesetz

3 Fakten zum neuen Crowdinvesting-Gesetz

Mit dem Alternativfinanzierungsgesetz soll eine rechtliche Grundlage für Crowdinvesting in Österreich geschaffen werden. Damit kommen Start-ups schneller an Kapital, und Investoren können ihr Geld gewinnbringend anlegen - freilich verbunden mit einem gewissen Risiko.

Jungunternehmer beklagen seit Jahren, wie schwer es ist, in Österreich an Kapital zu kommen. Die in anderen Ländern blühende Venture Capital-Szene, bei der Investoren Risikokapital in innovative Start-ups stecken, ist hierzulande quasi inexistent; bei Banken bekommen die Gründer heutzutage auch kaum einen Kredit. Gelöst werden könnte dieser permanente Kapitalengpass nach Ansicht vieler Marktbeobachter zumindest teilweise über so genanntes „Crowdinvesting“: Dabei stecken viele kleinere Investoren ihr Geld in ein Unternehmen und sind daraufhin im Idealfall finanziell am Erfolg beteiligt – geht das Start-up aber in Konkurs, so ist auch das Investment weg.

Möglich wurden solche Finanzierungsplattformen in Österreich über Plattformen wie conda.at, greenrocket.com oder 1000x1000.at; allerdings gab es für diese bisher noch keine gesetzlichen Rahmenbedingungen. Dies soll sich nach Vorstellung der Regierung nun ändern. Die folgenden drei Punkte beschreiben im Groben die Pläne der Regierung zu alternativen Finanzierungsformen.

1. Prospektpflicht ist gestaffelt

Das Alternativfinanzierungsgesetz (AltFG) schafft nun eine gesetzliche Regelung für alternative Finanzierungsformen wie das Crowdinvesting; es soll in den nächsten Wochen in Begutachtung gehen. Die kapitalansuchenden Unternehmen brauchen dann erst ab 100.000 Euro ein Informationsblatt, ab 1,5 Millionen besteht eine Prospektpflicht light, ab fünf Millionen eine volle Prospektpflicht.

2. Anlegerschutz

Das Problem des Anlegerschutzes soll gelöst werden, indem das Investment mit einem Maximalbetrag gedeckelt wird: Pro Projekt kann man höchstens 5000 Euro investieren – dadurch sind Investoren also gezwungen, ihr Risiko zu streuen. Ausnahmen gibt es für Menschen mit einem Monatseinkommen über 2500 Euro netto; sie dürfen das Zweifache ihres Monatseinkommens investieren. Laut Angaben der Jungen Wirtschaft reicht dafür eine freiwillige Nennung des Monatsnettoeinkommens; eine Überprüfung, zum Beispiel durch den Gehaltszettel, ist laut Angaben der ÖVP-nahen Interessensvertretung nicht nötig.

3. Rechtsrahmen der Plattformen

Christoph Matznetter, SPÖ-Wirtschaftssprecher und Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands Österreich (SWV), freut sich im Entwurf über die gelungene Lösung des Anlegerschutzes: „Die Plattformen sind gute Berater und verstehen ihr Geschäft“, sagt er: „Es ist daher sinnvoll, wenn der Crowdinvestingprozess von den Profis begleitet wird.“ Ein entsprechender Rechtsrahmen fehlte aber bisher. Nun sei es gelungen, rechtliche Rahmenbedingungen für die Dienste zu schaffen: Die Plattformen müssen entweder gewerbliche Vermögensberater sein oder eine Konzession als Wertpapierdienstleistungsunternehmen vorweisen können. Damit sei nun klar, welche Rechte, Pflichten und Haftungen von den Plattformen zu übernehmen sei, ohne ihr Geschäftsmodell beeinträchtigt wird.

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