Das Ba-Bawag-Beben

Das Ba-Bawag-Beben
Das Ba-Bawag-Beben

Bank Austria Chef Willibald Cernko (li) und Bawag-Chef Byron Haynes.

Wird das Privatkundengeschäft von Bank Austria und Bawag künftig unter einem Dach vereint? Verliert Wien die Osteuropa-Zentrale der BA? Auch wenn die kolportierten Pläne nur Drohungen sein sollten, Folgen haben sie in jedem Fall: Der Finanzminister muss damit rechnen, dass die Einnahmen aus der Bankensteuer künftig geringer ausfallen werden.

Weltspartagsempfänge der Bank Austria haben ihre eigene Dramaturgie. Im Oktogon der früheren Creditanstalt, einem Saal mit edler Glasdecke, Marmor und Holzvertäfelung an den Wänden, gibt es Ende Oktober immer ein Gedränge: Die Bankenspitze ist da, der Betriebsrat, Bosse, Industrielle und Würdenträger der Stadt Wien. Früher, unter Firmenchef Gerhard Randa, war die Verpflegung noch üppig und es floss schon mal Champagner. Unter dem jetzigen Bank-Austria-Boss Willi Cernko zog eine neue Bescheidenheit ein.

Doch dieses Jahr wird beim Weltspartagsempfang am 30. Oktober vor allem Betretenheit herrschen. Die UniCredit will das Bank-Austria-Geschäft mit Privatkunden und kleinen und mittleren Unternehmen an die Bawag verkaufen und die Osteuropa-Zentrale nach Mailand übersiedeln, berichtete der "Standard" zu Wochenbeginn.

Seither herrscht Ungewissheit und Fassungslosigkeit. Kunden fragen in ihren Filialen nach, verschreckte Mitarbeiter bei ihren Betriebsräten. Für das Vorhaben, das einem Beben in der heimischen Bankenlandschaft gleichkommt, gibt es weder eine Bestätigung noch ein Dementi. Klar ist nur: Am 11. November wird UniCredit-Chef Federico Ghizzoni die neue Konzernstrategie präsentieren. Das Institut muss profitabler werden. Und da wird auch die Bank Austria (BA) eine Rolle spielen.

Megadeal mit Fragezeichen. Die Logik hinter dem Verkauf des Privatkundengeschäfts an die Bawag, also die Entstehung einer BaBawag sozusagen, ist folgende: Die UniCredit würde einen Geschäftszweig, der traditionell wenig einträglich ist, rasch zu Geld machen. Die Bawag wäre dadurch gestärkt - was einem Verkauf (und den plant Haupteigentümer Cerberus schon lange) nur nützen könnte.

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