Crowdinvesting: Rapid knackt Millionengrenze

Kaum eine Woche nach dem Start seiner Crowdinvesting-Initiative hat Rapid Wien bereits über eine Million Euro eingesammelt. Damit hat der Wiener Traditionsklub bereits ein Drittel der maximalen avisierten Gesamtsumme per Darlehen aufgenommen, die mit der neuen Finanzierungsmethode erlöst werden soll.

Crowdinvesting: Rapid knackt Millionengrenze

Wien. Auch nach der ersten Niederlage in der UEFA Europa League bleiben die neuen Rapid-Investoren am Ball. Kaum eine Woche nach Start der Crowd-Investing-Initiative hat Rapid Wien ist die nächste Schwelle genommen: Über eine Million Euro hat Rapid Wien bereits eingesammelt. 587 Investoren haben seit vergangenen Montag für den "Rapid InvesTor" 1.032.000 € gezeichnet.

Insgesamt will Österreichs Traditionsklub drei Millionen Euro von Privatinvestoren - vorzugsweise Fans - einsammeln.

Rapid will die drei Millionen Euro ausschließlich zur Finanzierung des 53,5 Millionen Euro teuren Stadion einsetzen. Im Juli soll das auf der alten Stätte neu errichtete "Allianz Stadion" (Fassungsvermögen bis zu 28.000 Zuschauer) eröffnet werden.

Das Geld, dass sogenannte Crow-Investoren Rapid Wien überweisen, ist rein rechtlich ein "nachrangiges Darlehen". Die Geldgeber leihen Rapid Wien Geld und kassieren im Gegenzug Zinsen. Drei Finanzprodukte des sogenannten Rapid InvesTOR sind aufgelegt. Sie unterscheiden sich in der Laufzeit - fünf, sieben und neun Jahre - und beim Zins (zwei bis drei Prozent). Mit dem sportlichen Erfolg in den internationalen Wettbewerben bekommen die Geldgeber auch zusätzliche Boni, die den jährlichen Ertrag auf bis zu fünf Prozent erhöhen können.

"Für diese drei Millionen brauchen wir weniger Kredit von den beiden Banken abrufen", meint Rapid-Präsident Michael Krammer. "Wir wollen lieber die Zinsen unseren Fans zahlen, als den Banken."

Geld einsammeln per Crowdinvesting mit Kick: Drei Modelle zur Beteiligung. Für die Geldgeber ist das Investment ein nachrangiges Darlehen, das sie Rapid Wien geben.

Voraussetzung für die Zinszahlungen sind ein Gewinn und positives Eigenkapital. Im Falle einer Pleite der Anfang November neu gegründeten SK Rapid GmbH, die Schuldnerin der Crowd-Investoren ist, ist das "Geld weg", räumt Rapid-Präsident Krammer ein.

Die Mindesteinlage für Rapid InvesTOR beläuft sich po Kopf auf 100 €. Der Sinn von Crowd-Investing ist unter anderem auch Kleinstanleger als Geldgeber zu gewinnen. Im Durchschnitt haben die Rapid-Geldgeber im Schnitt derzeit 1758 € angelegt. Bis zum 1.3.2016 läuft die Angebotsfrist. Die Crowd-Investoren von Rapid Wien müssen sich via Internet (https://skrapid.conda.at) anmelden.

Problematisch bei Fußballklubs ist die Eigenkapitalbildung. Das eingenommene Geld wird bei einem Großteil der Fußballklubs sofort wieder in die Löhne und Gehälter der Spieler, Trainer und Manager gesteckt. Für Investoren verbergen sich daher bei Investitionen in Profi-Fußballklubs besondere Risiken, wie auch aus dem Kapitalmarktprospekt des Rapid-InvesTOR von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer hingewiesen wird.

Im kommenden Jahr scheint der Gewinn jedenfalls gesichert. Laut Rapid-CEO Christoph Peschek wird der Klub einen Gewinn in siebenstelliger Höhe einfahren. Heuer waren es 50.344 €.

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