Brigitte Ederer nun oberste ÖBB-Aufseherin

Brigitte Ederer nun oberste ÖBB-Aufseherin

Mit dem Sprung an die Aufsichtsratsspitze bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) hat Brigitte Ederer (58) einen neuen Karriereschritt gemacht, der sie an eine klassische Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft führt. Als oberste Eigentümervertreterin und oberste Aufseherin der Staatsbahn kann sie ihre Erfahrung aus Politik und Wirtschaft einbringen.

Mit dem Sprung an die Aufsichtsratsspitze bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) hat Brigitte Ederer (58) einen neuen Karriereschritt gemacht, der sie an eine klassische Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft führt. Als oberste Eigentümervertreterin und oberste Aufseherin der Staatsbahn kann sie ihre Erfahrung aus Politik und Wirtschaft einbringen.

Die Wienerin hat eine lange Karriere in Politik und Wirtschaft hinter sich. Bei vielen gilt sie immer noch als Hoffnungsträgerin für die SPÖ, obwohl sie selbst derartige Ambitionen immer wieder abstreitet.

Brigitte Ederer wurde am 27. Februar 1956 in Wiener Arbeiterbezirk Floridsdorf geboren. Ihr Studium der Volkswirtschaft schloss sie 1980 ab. An der Universität arbeitete sie im Verband Sozialistischer Studenten mit, seit Mai 1977 war sie Angestellte der Arbeiterkammer Wien. Ende März 1992 wurde sie vom damaligen Bundeskanzler Franz Vranitzky (SPÖ) als vierte Frau in der Regierung als Integrationsstaatssekretärin ins Kabinett geholt.

EU-Beitritt Ederers größter Erfolg

Ihr größtes politisches Erfolgserlebnis als Integrationspolitikerin hatte Ederer, als sich zwei Drittel der Österreicher bei der Volksabstimmung am 12. Juni 1994 für einen EU-Beitritt aussprachen. Nach der erfolgreichen EU-Volksabstimmung marschierte sie zur Einlösung einer verlorenen Wette zu Fuß nach Mariazell. Legendär wurde ihre Ansage, dass sich jeder österreichische Haushalt pro Monat durch den Beitritt 1.000 Schilling (umgerechnet 72,7 Euro) sparen sollte - der "Ederer-Tausender".

Die Staatssekretärin im Bundeskanzleramt (von 1992 bis 1995) schaffte trotz guter Popularitätswerte nie den Sprung in ein Ministeramt. Im Oktober 1995 wechselte sie von der Regierung in die SPÖ-Zentrale in der Wiener Löwelstraße als Bundesgeschäftsführerin, im Jänner 1997 kam es zu einem weiteren Umzug ins Wiener Rathaus, wo sie bis Dezember 2000 als amtsführende Stadträtin für Finanzen, Wirtschaftspolitik und Wiener Stadtwerke tätig war. Dort soll sie unter dem sehr eigenständigen Vorgehen von Wiens SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl gelitten haben, der sie bei wichtigen Entscheidungen nicht einbezogen haben soll. Ein Angebot von Siemens Österreich für einen Vorstandssessel hatte Ederer dann 2001 zum Wechsel in die Privatwirtschaft bewogen.

Von der Siemens-Topetage zur ÖBB

Nach einigen Jahren als Siemens-Österreich-Chefin in Wien stieg die Managerin in den Vorstand des Weltkonzerns in München auf. Am 1. Juli 2010 wechselte sie als Personalvorstand in die Top-Etage von Siemens. Rund drei Jahre hielt sie sich in der höchsten Ebene des Technologie-Unternehmens, Ende September 2013 musste sie im Gefolge des Sturzes von Konzernchef Peter Löscher vorzeitig gehen. Sie war ausgerechnet über Ränkespiele der Gewerkschaft im Aufsichtsrat des Unternehmens gestürzt: Dass sie sich gegen eine Verlängerung eines Arbeitnehmervertreters im Aufsichtsrat über die im Siemens-Konzern geltende Altersgrenze hinaus sperrte kostete ihr die Unterstützung der Arbeitnehmerseite. Sie habe hier aber keine Ausnahme machen wollen, da sie gleichzeitig Jobabbau verantworten musste, meinte sie später. Die Siemens-Etappe ging damit nach zwölfeinhalb Jahren zu Ende.

Ederer sitzt bereits seit März als Eigentümervertreterin im Aufsichtsrat der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Weiters ist sie Aufsichtsrätin bei Infineon Österreich, bei Boehringer Ingelheim in Wien und bei Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment. Bei der Wien Holding ist Ederer Aufsichtsratsvorsitzende.

Aus dem ÖIAG-Aufsichtsrat, in den sie 2008 eingezogen war, ist sie vor einigen Tagen ausgeschieden. Grund waren Differenzen um die Übernahme der Telekom Austria durch die mexikanische America Movil. Außerdem kritisierte sie öffentlich den Bestellungsmodus der "Selbsterneuerung" des Aufsichtsrats der Staatsholding ÖIAG, so könnten die Eigentümerinteressen gar nicht vom Eigentümer, der Republik Österreich, wahrgenommen werden.

Anfang Juni 2005 hat Brigitte Ederer ihren langjährigen Lebensgefährten, den SPÖ-Politiker Hannes Swoboda, geheiratet.

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