Biene Maja summt für Honigabfüller Honigmayr

Ihrem faulem Freund Willi flog sie immer davon, ab September fliegt die Biene Maja dann exklusiv für den österreichischen Honigabfüller Honigmayr. Das Salzburger Unternehmen erwarb für vorerst dreieinhalb Jahre die Lizenzrechte an der gelben Kultbiene. Honigmayr erwartet sich von dem Schritt ein deutliches Umsatzwachstum.

Biene Maja summt für Honigabfüller Honigmayr

Die Biene Maja begeisterte schon Generationen von Kindern. Ab September ziert das fleißige Insekt die Honigprodukte der Firma Honigmayr im Salzburger Pongau.

Seit über einem Jahrhundert begeistern die schlaue Honigbiene Maja und ihre Freunde die Kinder. 1912 schrieb Waldemar Bonsels den Kinderbuchklassiker "Die Biene Maja und ihre Abenteuer", der sich seither millionenfach verkauft, als Theaterstück auf die Bühne kam und natürlich und unvergessen auch verfilmt wurde.

Jtetzt hat sich der Salzburger Honigabfüller Honigmayr die exklusiven Lizenzrechte an Maja und ihren Freunden wie dem Faulen Willi, dem Grashüpfer Flip oder Fräulein Kassandra gesichert. Honigmayr hat Lizenz vorerst für dreieinhalb Jahre erworben, mit einer Option auf Verlängerung. Das Unternehmen erhofft sich damit, am umkämpften Markt für Honig eine starke Marke aufbauen zu können und rechnet mit erheblichen Mehreinnahmen. "Wir erwarten uns rund 1,5 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz im Jahr", sagt Geschäftsführer Halmut Gratschmaier.

Der neue "Maja Honig" soll ab 15. September im österreichischen Handel und für die Gastronomie erhältlich sein, später auch in Deutschland und derSchweiz verkauft werden. "Wir haben die Rechte in den 90er-Jahren schon einmal für Honig im Beutel erworben. Die Verpackung wurde damals aber vom Konsumenten noch nicht angenommen. Da waren wir zu früh am Markt und haben darum die Lizenz wieder zurückgegeben", berichtete Gratschmaier. Nun sei der Rechteinhaber - das belgische "Studio 100" hat seit 2013 drei computeranimierte Staffeln der Serie produziert - von selbst auf Honigmayr zugekommen. "Wir haben da sofort zugeschlagen."

Genug Waldhonig, aber sehr wenig Blütenhonig

Das 1920 gegründete Familienunternehmen Honigmayr beschäftigt 25 Mitarbeiter und setzte im Vorjahr 10,4 Millionen Euro um. Jedes Jahr werden in Tenneck rund 2.500 bis 2.600 Tonnen Honig abgefüllt. 10 bis 15 Prozent kommen aus Österreich, weitere 55 bis 60 Prozent stammen aus Ungarn, Rumänien, Spanien, Italien, Mexico und Guatemala. Rund 30 Prozent des Honigs kommen aus Kuba.

Honigmayr kann pro Tag maximal 16 Tonnen Bienenhonig verarbeiten. Der Exportanteil betrug zuletzt 27 Prozent, soll aber noch im Laufe dieses Jahres auf 35 Prozent gesteigert werden. Größte Herausforderungen für die Branche sind laut Gratschmaier derzeit die hohen Einkaufspreise, die der Handel nur äußert ungern an die Kunden weitergibt. "Die Rohstoffpreise sind in den vergangenen Jahren durch die Verknappung extrem gestiegen. In Österreich gibt es heuer zwar genug Waldhonig, aber sehr wenig Blütenhonig." Dabei steigt die Nachfrage kontinuierlich: Laut dem Marktforschungsinstitut Nielsen ist in Österreich im Vergleichszeitraum zum Vorjahr der Bedarf um 10,4 Prozent gestiegen.