Bene: Sanierungserfolge greifen langsam

Bene: Sanierungserfolge greifen langsam

Im Juni wurde Bene neu übernommen. Nach Jahren der Krise zeigen sich nun Ansätze, dass das Sanierungskonzept greift. Die Halbjahresbilanz zeigt, wo die neuen Eigentümer Erfolg haben und woran es noch immer krankt.

Das Unternehmen kämpft, wie sich auch am Börsenkurs ablesen lässt, seit 2007 gegen den Abstieg und bis vor kurzem gegen den finalen Untergang. Hätten Investor Erhard Grossnig und Martin Bartenstein die Firma im Juni nicht übernommen, wäre sie pleite gewesen. Doch nun beginnen erste Maßnahmen zur Sanierung des schwer angeschlagenen Unternehmens zu greifen.
Das Management dazu in einem aktuellen Statement: "Bene verfügt über eine verbesserte Produktions- und Vertriebsprozesse, die Arbeitsabläufe sind wesentlich effizienter als in der Vergangenheit und nach Abschluss der finanziellen Restrukturierung bietet die Eigenkapitalquote von 11,2 % wieder eine solide Basis für eine gesunde Geschäftsentwicklung." Damit ist die Eigenkapitalquote erstmals seit Jahren wieder positiv. Das Eigenkapital beträgt damit 11,9 Millionen Euro.

Noch Ende Jänner wies Bene ein negatives Eigenkapital von 38,9 Mio. Euro aus. Im Jahr davor lag es knapp 22 Millionen Euro unter Wasser.
Auch die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young wiesen im Bestätigungsvermerk auf die negative Eigenkapitalsituation hin, schränkten das Testat aber nicht ein. "Der Fortbestand der Unternehmensgruppe ist gefährdet, wenn die geplanten Restrukturierungsmaßnahmen nicht im notwendigen Ausmaß und im geplanten Zeitraum erfolgreich umgesetzt werden können und sich dadurch insbesondere die erwartete Ergebnisentwicklung nicht oder nur unvollständig realisieren lässt."

Doch die Investoren Erhard Grossnigg und Martin Bartenstein sehen positiv in die Zukunft und sehen die Finanzierung neu geordnet und den Fortbestand des Unternehmens "mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gesichert."

Der Turaround wird für das Geschäftsjahr 2016/17 erwartet. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht für das Jahr 2014/15 hervor.

Umsatz sinkt weiter

Doch noch hapert es nach wie vor bei Gewinn und Umsatz. Die Verluste wurden zwar halbiert, betragen aber im Zeitraum von Februar bis Juni 2015 laut vorläufigen Zahlen nach wie vor 3,6 Millionen Euro. Die Begrüundung des Managements: "Die operative Geschäftsentwicklung war maßgeblich von internationalen Krisen sowie dem Rubel- und Ölpreisverfall mit nachhaltigen Änderungen im Konsumverhalten geprägt. Zudem belastete die Medienberichterstattung über die Restrukturierung die Geschäftstätigkeit in den Kernmärkten Österreich und Deutschland."

Die neue Vertriebsstrategie beginnt zudem offenbar erst langsam zu greifen. Bene will sich bei seiner neuen Vertriebsstrategie auf die drei Schienen "Direktgeschäft", "Projektgeschäft" und "Händlergeschäft" konzentrieren. Vor allem in internationale Metropolen will man versuchen Geschäfte an Land zu ziehen. Doch noch sinkt der Umsatz, insgesamt um 2,5 Prozent auf 158,9 Millionen Euro im abgelaufenen und stark verkürztem Geschäftsjahr. Die Hebung des Umsatzes dürfte das größte Problem sein, geht dieser doch seit Jahren zurück. So reduzierte sich der Umsatz noch im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2014/15 gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um 10,7 Prozent auf 73,5 Millionen Euro. Doch nur wenn der Umsatz langfristig anzieht, wird das Unternehmen gesunden.
Die Erträge will man heben, indem man mehr die Rohertragsmargen im Fokus hat.

Beteiligungsgesellschaft hält 90 Prozent der Aktien

Am 14. Juli 2015 wurde die Bene AG, das Unternehmen der Investoren Bartenstein Holding GmbH und grosso holding GmbH und der finanzierenden Banken, in das Firmenbuch eingetragen. Nach der Kapitalherabsetzung des Grundkapitals auf rund 1,9 Mio. Eur und der gleichzeitig durchgeführten Kapitalerhöhung im Gesamtbetrag von 18 Mio. Euro hält die BGO Beteiligungsverwaltungs GmbH nun mehr als 90 % der Aktien der Bene AG.

Für das Geschäftsjahr 2014/15 schlägt der Vorstand der Hauptversammlung vor, keine Dividende auszuschütten. Anleger haben auf die aktuellen Zahlen verhalten reagiert und fällt im Intraday-Chart derzeit.

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