Wiener Wettengesetz: Buchmacher wehren sich gegen Verbot von Live-Wetten

Wiener Wettengesetz: Buchmacher wehren sich gegen Verbot von Live-Wetten

Die österreichischen Buchmacher steigen gegen das geplante neue Wiener Wettengesetz, mit dem sogenannte Live-Wetten in der Bundeshauptstadt verboten werden sollen, auf die Barrikaden.

Die Wiener Stadtregierung will die Spielanbieter mit dem neuen Wettengesetz noch stärker an die Kandare nehmen. Nach dem Verbot des Automatenspiels sollen auch Live-Wetten auf sportliche Ereignisse illegal werden. Zukünftig kann also nicht mehr darauf gewettet werden, welcher Fußballspieler wann das nächste Tor schießt. Nur noch auf den Endspielstand soll Geld gesetzt werden dürfen. Voraufgezeichnete Hunderennen sollen ebenfalls verboten und die Jugendschutzbestimmungen verschärft werden.

Das ganze gilt aber nicht für Internetportale, denn darauf hat die Stadtregierung juristisch keinen Zugriff.

Seit in der Bundeshauptstadt das Automatenspiel verboten ist, boomen Live-Wetten. Einige Suchtexperten betrachten diese als Art Ersatzdroge für Spielsüchtige. An vielen ehemaligen Glücksspielstandorten, besonders in Bezirken mit hohem Anteil an Niedrigverdienern, werden die Kunden jetzt mit Sportwetten gelockt.

Buchmacher: "Übertriebene Maßnahmen"

Die Buchmacher indes fürchten massive Erschwerungen ihres Geschäfts. In ihrer Stellungnahme an die Stadt Wien zum neuen Wiener Wettengesetz listen sie zahlreiche Maßnahmen auf, die sie für übertrieben halten. So sei etwa die Beschränkung des Einsatzes von 50 Euro bei Wettterminals sachlich nicht gerechtfertigt und bedeute eine weitere Diskriminierung des Terminalgeschäfts. Terminals sollten, geht es nach den Buchmachern, auch mit Wertkarten benutzt werden dürfen. Unangebracht wäre es auch, wenn für jede einzelne Betriebsstätte eine Standortbewilligung gefordert würde.

Der Buchmacherverband verweist weiters auf eine freiwillige Selbstbeschränkung, so biete man etwa Wetten auf Outeinwürfe, Anstöße, gelbe und rote Karten sowie Wetten auf Nachwuchsebene gar nicht mehr an. Der Gesetzesentwurf sehe "drakonische Maßnahmen" vor und sei praxisfremd. Dass von Live-Wetten eine besondere Sucht- oder Manipulationsgefahr ausgehe, sei zudem nicht wissenschaftlich fundiert erwiesen.

Zu verfassungsrechtlichen Bedenken wird sich der Novomatic-Konzern separat in die Schlacht werfen. Laut der Buchmacher-Stellungnahme wird die Novomatic-Tochter Admiral dazu ein Gutachten vorlegen.

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