Österreich unter den größten Schuldnern in der EU

Österreichs zählt in der EU zu jenen Staaten mit der höchsten Verschuldung im Verhältnis zum BIP. Im Vergleich zu 2010 hat sich der Schuldenstand aber bei vielen anderen Staaten wesentlich stärker erhöht. Welche Folgen die hohen Staatsschulden nach sich ziehen könnten, welche Lösungen den Parteien vorschweben und welche Staaten trotz Corona nur minimal verschuldet sind.

Österreich unter den größten Schuldnern in der EU

Österreich hatte noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg so hohe Schulden wie heute. Die öffentliche Verschuldung in Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) stieg im Vorjahr auf 84 Prozent. Österreich zählt damit innerhalb der EU zu den Ländern mit der höchsten Staatsverschuldung. Wenn so manch anderes Land jedoch wesentlich höhere Schulden hat. In Griechenland sind im Vorjahr die Schulden wieder explodiert und liegen bei 205 Prozent des BIP. Italien steht mit einer Verschuldung von 155,8 Prozent des BIP ebenfalls tief in der Kreide. Von der Maastricht-Schuldengrenze von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sind viele Staaten damit weit entfernt, wie eine Grafik der Agenda Austria zeigt.

Corona-Hilfen: Kräftiger Anstieg der Schulden in vielen Ländern der EU.

Griechenland weist eine Verschuldung von über 200 Prozent des BIPs auf. Österreich liegt nach Ländern wie Italien, Portugal, Spanien oder Zypern bei der Verschuldung auf Platz neun.

Spanien, Slowakei und Zypern: Schulden im Vorjahr verdoppelt
Im Vorjahr haben viele Staaten ihre Verschuldung noch einmal kräftig erhöht. In Griechenland stieg der Anteil der Verschuldung am BIP von knapp 150 Prozent auf über 200 Prozent. In Spanien ist die Schuldenlast von knapp 60 Prozent im Jahr 2010 auf 120 Prozent des BIP gesprungen. In Zypern und in der Slowakei hat die Verschuldung in einem ähnlichen Tempo zugelegt.

Höhere Sparquote, geringe Gehaltseinbußen
Die Mission im Kampf gegen Virus und Rezession haben Staaten wie Österreich mit ihren hohen Subventionen jedenfalls erfüllt: So haben die Österreicher auf ihrem Konto unterm Strich großteils nicht viel von der Pandemie gespürt. Die Einkommen sind im Vorjahr bereinigt um die Inflation lediglich um 2,6 Prozent gesunken. Die Sparkonten haben sich verglichen mit den Jahren davor sogar verdoppelt. Um die Wirtschaft zu stützen, hat der österreichische Staat mehr als 24 Milliarden Euro mehr ausgegeben als noch 2019. Das führte letztlich zu einem Rekorddefizit von über 33 Milliarden Euro.


Schwierig Schuldendynamik wieder einzufangen

Hohe Schulden zementiert Niedrigzinspolitik ein
Dabei zeigt sich, dass die Schulden nicht erst seit der Corona-Krise in die Höhe Schnellen. Gerade in den beiden Euro-Schwergewichten Frankreich und Italien kennt die Schuldenquote seit 20 Jahren nur eine Richtung. Ebenso in Griechenland, Portugal oder Slowenien. „Es wird schwierig werden, diese Dynamik wieder einzufangen. Damit steigt auch der politische Druck auf die Europäische Zentralbank, bei der aktuellen Niedrigzinspolitik zu bleiben“, sagt Agenda Austria-Ökonom Hanno Lorenz.

Was die hohen Schulden senken soll
Zum Teil werden diese Schulden durch Wirtschaftswachstum und wieder steigende Steuereinnahmen gesenkt werden. Doch das wird nicht reichen. SPÖ und Grüne drängen auf neue Steuern auf Vermögen, Transaktion und Erbschaft. Die Neos fordern als zusätzliche Einnahmequelle eine CO2-Bepreisung. Die EU-Mitgliedsstaaten in der EU hoffen aber noch auf einen ganz anderen Effekt, auf weitere niedrige Zinsen und steigende Inflation. Denn auch so schmelzen die Schulden der Staaten.

Inflation von nur drei Prozent würde viel Erspartes vernichten
Eine anziehende Teuerung lässt jedoch auch die Ersparnisse schwinden und wirkt so wie eine Vermögenssteuer. Nach Jahren niedriger Inflation könnte diese nun über mehrere Jahre hoch bleiben. Steigt die Inflation auch nur leicht und die Realzinsen bleiben niedrig, droht so nach einem Jahrzehnt ein realer Wertverlust des Sparguthabens von einem Drittel.

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