Es geht abwärts: Österreicher schnallen den Gürtel enger

Es geht abwärts: Österreicher schnallen den Gürtel enger
Es geht abwärts: Österreicher schnallen den Gürtel enger

Weihnachts-Shopping: Vor allem jüngere Menschen wollen weniger für Geschenke ausgeben.

Laut einer Umfrage nehmen bereits 50 Prozent der Österreicher eine Rezession wahr, 40 Prozent wollen deshalb ihren privaten Konsum einschränken. Dabei sind nicht alle Branchen gleich stark betroffen, und Frauen sparen anders als Männer.

Österreich macht harte Zeiten durch: Das Land hat die höchste Inflation der EU, die Arbeitslosigkeit steigt und die Staatsverschuldung ist auf Rekordniveau – das besagt zumindest die Herbst-Prognose der EU-Kommission, die gestern veröffentlicht wurde (mehr dazu unter diesem Link). An der Bevölkerung geht diese Entwicklung nicht spurlos vorüber: Die Österreicher sind großteils überzeugt, dass es in nächster Zeit eher abwärts als aufwärts geht, besagt eine aktuelle Studie, die das Linzer Market Institut im Auftrag des das Wirtschaftsmagazins trend durchgeführt hat.

Demnach nehmen 50 Prozent der 302 Befragten bereits eine Rezession wahr, während nur acht Prozent mit Optimismus in die Zukunft blicken – vorsichtig eingestimmt sind insbesondere ältere Personen und Menschen mit einem einfachen Bildungsstand. Rund 40 Prozent der Befragten wollen deshalb in den kommenden Monaten ihren persönlichen Konsum einschränken – was entsprechende Auswirkungen auf die Konjunktur hätte.

Das größte Einsparpotenzial sehen die Befragten (41 Prozent) beim Essen und Trinken außer Haus – die Gastronomie müsste sich also auf einen entsprechenden Umsatzeinbruch einstellen. Auch bei Reisen und Bekleidung möchten die Österreicher künftig sparen – insbesondere Frauen wollen weniger für Mode ausgeben, sowie die Ausgaben für Reisen und Kulturangebote reduzieren; Männer schnallen den Gürtel enger in puncto Auto und Unterhaltungselektronik. Smartphones oder Tablet PCs wollen sie etwa länger benutzen als bisher.

Weihnachten ist dennoch nur bedingt in Gefahr. Ein Drittel möchte allerdings heuer weniger für Geschenke ausgeben als im Vorjahr. Vorsichtiger bei den Weihnachtsausgaben sind vor allem die Jüngeren unter 30. Unter den Älteren ist der Spargedanke nicht so ausgeprägt. Dasraus folgt auch, dass etwa ein Drittel der Befragten vor hat, zu Weihnachten genau so viel für Geschenke auszugeben wie im Jahr 2013.

Schlechte Nachrichten gibt es allerdings auch hier für den stationären Handel, wenn man einer Studie des Online-Marktplatzes eBay unter 1000 Befragten Glauben schenkt: Demnach planen bereits drei Viertel der Österreicher, ihre Geschenke im Web zu bestellen - unter den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 85 Prozent. Ebenfalls schlecht für Österreichs Handel ist, dass die Konsumenten laut eBay-Daten in den vergangenen Jahren öfter bei ausländischen Händlern im EU-Raum gekauft haben - neben Deutschland waren auch Großbritannien und die USA beliebte Länder.

Die eBay-Studie zeichnet auch ein dunkleres Bild von den Gesamtausgaben als die Market-Umfrage: Demnach wollten 2013 noch 23 Prozent mehr als 400 Euro für Geschenke ausgeben, heuer sind es nur noch 13 Prozent. Zugenommen hat der Studie zufolge die Zahl jener Menschen, die weniger als 200 Euro für Geschenke ausgeben.

Ausgaben für Weihnachtsgeschenke 2014 vs. 2013
Ausgaben für Geschenke 2014 2013 Veränderung
0-50 Euro 7% 4% +3%
51-100 Euro 14% 15% -1%
101-150 Euro 15% 14% +1%
151-200 Euro 17% 15% +2%
201-250 Euro 12% 8% +4%
251-300 Euro 10% 11% -1%
301-350 Euro 4% 6% -2%
351-400 Euro 7% 5% +2%
Mehr als 400 Euro 13% 23% -10%
(c) eBay/meinungsraum.at n=1000

Im Bundesländervergleich steigen laut eBay vor allem die Salzburger auf die Bremse: Gab in Salzburg 2013 noch jeder Dritte mehr als 400 Euro für Geschenke aus (34 Prozent), ist es 2014 nur noch jeder Elfte (9 Prozent). Bei den Niederösterreichern sinkt der Anteil derer, die mehr als 400 Euro ausgeben um 23 Prozentpunkte (2014: 13 Prozent, 2013: 36 Prozent), im Burgenland um 19 Prozentpunkte (2014: 18 Prozent, 2013: 37 Prozent). Ganz im Westen – in Vorarlberg – zeigt sich ein umgekehrtes Bild: Hier gibt jeder Fünfte über 400 Euro für Weihnachtspräsente aus - 2013 waren es nur 12 Prozent.

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