Österreich braucht großen Plan für die Digitalisierung

Österreich braucht großen Plan für die Digitalisierung

Österreichs Arbeitnehmer brauchen neue Kompetenzen - und vor allem die Modernisierung des Bildungssystems.

Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) sieht in Österreich großen Nachholbedarf bei der Digitalisierung. Eine "Digitalisierungsmilliarde" könnte sich als Job-Motor herausstellen. Verlierer der Digitalisierung sind Geringqualifizierte. Horrorszenarien am Arbeitsmarkt erteilen die Wifo-Forscher eine klare Absage.

Österreich hat Nachholbedarf, was die Digitalisierung anbetrifft. Die Wifo-Forscher sehen Handlungsbedarf, um Österreich für die digitale Zukunft fit zu machen. Im internationalen Vergleich liege Österreich zurück und das Pro-Kopf-Einkommen sei unterdurchschnittlich. Besonders dringend gehöre das Breitband ausgebaut. In einer Studie ging das Wifo auch darauf ein, was eine hypothetische "Digitalisierungsmilliarde" brächte: Die Auslastung von 8.400 Beschäftigten.

Die Vielfalt der Kompetenzen

Um sich für die Zukunft zurüsten, müsse Österreich das Ausbildungssystem dementsprechend modernisieren. Langfristig "wird die größere Herausforderung aber bestehen, vermehrt Fähigkeiten auszubilden, die weniger automatisierbar sind - also zum Beispiel soziale Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit und Urteilsvermögen in Bezug auf unstrukturierte Aufgaben, so das Ergebnis der Wifo-Studienautoren Michael Peneder, Julia Bock-Schappelwein, Matthias Firgo, Oliver Fritz und Gerhard Streicher. Gleichzeitig gewinnen digitale Kompetenzen und Qualifikationen ... in allen Berufsgruppen weiter an Bedeutung".

Die Schöpfung beginnt bei der Digitalisirungsmilliarde

Bereits 2016 haben die Wifo-Forscher Oliver Fritz und Gerhard Streicher ausgerechnet, welche volkswirtschaftlichen Effekte eine zusätzliche Investition von 1 Mrd. Euro hätte. Berücksichtigt man nur unmittelbar beauftragte Branchen und den Vorleistungskreislauf, würde die Digitalisierungsmilliarde ein Wertschöpfung von 700 Mio. Euro auslösen. "Dabei werden gut 8.400 Beschäftigte (Jahresvollzeitäquivalente ausgelastet", so das Wifo in einer neuen Digitalisierungsstudie, die im aktuellen Monatsbericht (März) des Instituts veröffentlicht wurde.

Bezieht man auch Effekte wie gestiegene Einkommen ein, die in den Konsum ankurbeln und so eine höhere Nachfrage erzeugen, erreicht die verbundene Wertschöpfung laut dem Modell mehr als 1,2 Mrd. Euro. Das entspräche einer Auslastung von 14.700 Beschäftigten.

Der Genosse Roboter

Was die den Wegfall von Jobs betrifft - Stichwort Roboter, die Arbeiter ersetzen -, ist das Wifo nicht so pessimistisch. Bestehende Berufe würden infolge der Digitalisierung in der Regel nicht obsolet, jedoch veränderten sich die Arbeitsinhalte von standardisierbaren zu nicht standardisierbaren Tätigkeiten.

Manuelle Routinetätigkeiten gerieten jedoch weiter unter Druck. "Diese werden vorwiegend von formal geringqualifizierten Arbeitskräften geleistet, deren Beschäftigungsanteil in der Folge weiter sinken dürfte."

ass Berufe mit manuellen Tätigkeiten von Jobs mit nicht-manuellen Tätigkeiten verdrängt werden, sei ein generelles Muster der Tertiärisierung, also der wachsenden Bedeutung von Dienstleistungen.

Der zunehmende Ersatz von Routine-Arbeiten durch Nicht-Routine-Tätigkeiten hat in Österreich laut Wifo aber noch nicht ganze Berufsgruppen vom Arbeitsmarkt verdrängt - "auch nicht solche mit vorwiegend Routine-Tätigkeit (im Gegensatz zu jenen mit vorwiegend manueller Tätigkeit)".

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