Österreich: 485.000 Luftfahrt- und Tourismusjobs in Gefahr

Der Weltluftfahrtverband IATA sieht Österreich im Tourismus als eines der am härtesten getroffenen Länder der Welt. Rund eine halbe Million Arbeitsplätze seien gefährdet.

Österreich: 485.000 Luftfahrt- und Tourismusjobs in Gefahr

Der Weltluftfahrtverband IAIA schägt Alarm: Die Coronakrise könnte Fluggesellschaften in Europa 2020 mehr als die Hälfte ihres Geschäfts und in der Folge noch mehr Jobs kosten als zuletzt gedacht. Allein in Österreich sind den Schätzungen des Verbands zufolge fast eine halbe Million Arbeitsplätze bei Airlines und verwandten Bereichen wie der Touristik in Gefahr.

Weltweit hängt laut IATA der Lebensunterhalt von 65,5 Millionen Menschen von Fluggesellschaften ab, der Großteil davon in benachbarten Branchen wie dem Tourismus. Europaweit hält der Verband jetzt den Verlust von 6,7 Millionen Jobs für realistisch, 1,1 Millionen mehr als Ende März prognostiziert. Die Lage hat sich laut IATA seither verschlimmert.

Am härtesten getroffen würde davon das Urlaubsland Spanien, wo die IATA rund 900.000 Arbeitsplätze gefährdet sieht, gefolgt von Großbritannien mit über 661.000. Österreich wäre der Rechnung zufolge mit 485.000 und Deutschland mit knapp 484.000 gefährdeten Jobs ähnlich stark betroffen.

Reisebeschränkungen als Ausfallsrisiko

Grundlage der IATA-Prognose ist, dass die starken Reisebeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie drei Monate lang anhalten und schrittweise erst für Inlandsflüge, dann für Kontinentalflüge und erst zum Schluss für Langstreckenflüge gelockert werden.

"Da Airlines in einer beispiellosen Liquiditätskrise stecken, brauchen wir dringend finanzielle und regulatorische Unterstützung von Europas Regierungen", sagte IATA-Europachef Rafael Schvartzman.

Nach den jüngsten Berechnungen des Verbands könnten Europas Airlines in diesem Jahr Umsatzverluste von 89 Milliarden US-Dollardrohen. Die Zahl der Passagierkilometer dürfte dabei 55 Prozent niedriger liegen als im Vorjahr. Das ist nicht deckungsgleich mit der Zahl der Fluggäste. Wenn zwei Fluggäste 500 Kilometer weit fliegen, ergibt dies genauso viele Passagierkilometer, wie wenn ein Fluggast 1.000 Kilometer weit fliegt.

Aufschub für Rückerstattungen

Die europäische Airline-Branche verlangt nach den Einbrüchen durch die Coronavirus-Krise außerdem mehr Zeit, um Passagieren schon bezahlte Tickets für ausgefallene Flüge zurückzuerstatten. Die Fluggesellschaften hätten über die verheerenden Umsatzeinbrüche hinaus zusammen Tickets im Wert von rund zehn Milliarden US-Dollar zu erstatten, sagte IATA-Europachef Schvartzman.

Die Airlines wollten ihren Verpflichtungen nachkommen, brauchten dafür aber wenigstens einen Monat statt die bisher erlaubten sieben Tage. "Wenn die Verpflichtung der Rückzahlung innerhalb von sieben Tagen bleibt, werden wir zahlreiche Konkurse sehen", warnte Schvartzman.

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