Österreich schärft den Blick für den Hoffnungsmarkt Iran

Österreich schärft den Blick für den Hoffnungsmarkt Iran

Ein Land im Aufbruch: Iran ist für Österreichs Wirtschaft ein Hoffnungsmarkt.

Österreichs Wirtschaft nimmt den Anlauf für den Markteinstieg in den Iran. Die Chancen sind groß, wie eine Wirtschaftsdelegation festgestellt hat, die im Tross von Landwirtschafts- und Umweltminister Rupprechter zum Arbeitsbesuch festgestellt haben.

Wien. Gebrauchen kann der Iran sicher viel an Know-how und Maschinen aus Österreich - wie umgekehrt Österreich unter anderem Gas für die OMV. Nur ob Teheran nun - nach Ende der Sanktionen - tatsächlich ordentlich Geld für Geschäfte mit Wien in die Hand nehmen wird, das ist noch offen.

So brachte ein österreichischer Unternehmensvertreter die Hoffnungen, aber auch Unsicherheiten auf den Punkt, ob der gegenseitige Handel nach dem Ende der Sanktionen gegen den Gottesstaat wirklich so richtig anspringen wird. Er ist Teil einer Delegation rund um Umwelt- und Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP), die die Hoffnungen auf neue Geschäfte in bare Realität umsetzen will.

Hoffnungen dafür gibt es jedenfalls. Diese beruhen auf heimischer Seite auf einer Kooperation im Umweltbereich und einer im landwirtschaftlichen Bereich. Beide wurden bzw. werden beim Besuch Rupprechters bei seinen jeweiligen Amtskollegen Irans Vizepräsidentin Massoumeh Ebtekar (Umwelt) und Mahmoud Hojati vertieft. Die (geplanten) Kooperationen im Umweltbereich sind bereits etwas weiter gereift als jene in der Landwirtschaft. Beide Bereiche sollen wieder Thema sein, wenn Ende März Irans Präsident Hassan Rohani nach Wien kommen soll.

Die Annäherung

"Die privaten Sektoren und Unternehmen sollen sich näherkommen", sagte Ebtekar vor Journalisten nach einem Arbeitsgespräch mit Rupprechter und nach der Paraphierung eines "Plan of Action" für den Umweltbereich, der "praktische Schritte" herbeiführen soll. Rupprechter sagte, dass es im Sinne der verstärkten Geschäftsbeziehungen von Unternehmen auch eine Kooperation zwischen dem heimischen Klima- und Energiefonds und dessen iranischem Pendant angedacht sei. Er erinnerte auch an die Exportgarantien, die es bald für heimische Firmen geben soll, die im Iran investieren wollen. Es gebe im Iran nun nach Ende der Sanktionen eine Aufbruchsstimmung.

Im Umweltbereich geht es vor allem um die Abfallwirtschaft, Energieeffizienz und Wassermanagement. Franz Neubacher von der UVP Environmental Management and Engineering sagte etwa, dass im Iran das Problem mit gefährlichen Abfällen und Deponiealtlasten erkannt worden sei. Es gehe beispielsweise um Abfallmanagement, so Rupprechter, aber auch um Wasser- und Abwassermanagement sowie die Reinhaltung von Gewässern.

Das Thema Wasser wiederum leitet über zum agrarischen Bereich, in dem im Iran heimische Bewässerungstechnik gefragt ist. Aber auch Landtechnik - Stichwort etwa Pöttinger Landtechnik - und Zuchtrinderexporte sind zwei Themen unter insgesamt recht vielen. Laut Hermann Wieser vom Austrian Agricultural Cluster werden dieser Tage rund 1.000 Rinder in den Iran verkauft.

Rupprechter war sich mit Ebtekar auch schon bei der gemeinsamen Eröffnung der Iraner Umweltmesse "Enviro" - diesmal unter dem Motto "post sanction green economy" - vor allem auch bezogen auf den Klimawandel einig, dass es Kooperation brauche, um globale Antworten zu liefern.

Sowohl im Umwelt- als auch im Agrarbereich soll es zum Austausch kommen, etwa von Studenten und Experten; aber es sollen auch ein Dutzend Iraner in heimische Nationalparks kommen, um deren Management besser kennenzulernen.

Teil der Delegation von Minister Rupprechter sind unter anderem Wirtschaftskammer-Vizepräsident Matthias Krenn (FPÖ) und der Präsident der Österreichisch-Iranischen Gesellschaft, der ÖVP-Altminister Werner Fasslabend.

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