Österreichs Außenhandel floriert dank der EU

Österreichs Außenhandel floriert dank der EU

Im ersten Halbjahr ist Österreichs Außenhandel mit den anderen EU-Mitgliedstaaten stärker gewachsen als der globale Durchschnitt. Der Wermutstropfen ist jedoch, dass das Vereinigte Königreich stets unter den Top10 der wichtigsten Außenhandelspartner war - und das könnte sich durch das Brexit-Votum ändern.

Österreichs Außenhandel ist nach aktuellen Angaben der Statistik Austria im ersten Halbjahr 2016 erneut gewachsen - vor allem dank des Außenhandels mit den anderen EU-Mitgliedstaaten. Der Gesamtwert der Einfuhren von Waren lag mit 66,57 Milliarden Euro um 1,6 Prozent über dem Vorjahreswert, die Ausfuhren verzeichneten insgesamt einen Zuwachs von 1,2 Prozent auf 65,51 Milliarden Euro. Die Importe aus EU-Mitgliedsstaaten stiegen im gleichen Zeitraum um 2,7 Prozent auf 47,37 Milliarden Euro, die Exporte in die restliche EU stiegen um 1,9 Prozent auf 45,71 Milliarden Euro - der Handel mit der EU wuchs also stärker als der globale Durchschnitt, unterm Strich steht aber ein Handelsbilanzdefizit mit der EU in Höhe von 1,66 Milliarden Euro.

Unter den bedeutendsten Außenhandelspartnern finden sich sieben EU-Länder - allen voran Deutschland, wohin die Exporte im ersten Halbjahr um 2,9 Prozent gewachsen sind. Weitere wichtige Handelspartner in der EU sind Italien (Exporte: -0,4 Prozent), Frankreich (+4,2 Prozent), die Tschechische Republik (+1,9 Prozent), Ungarn (-0,3 Prozent), das Vereinigtes Königreich (+1,9 Prozent) und Polen (-4,0 Prozent).

Russland-Sanktionen zeigen Spuren

Der Außenhandel mit Drittstaaten - also Ländern außerhalb der EU - wies im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum sowohl einen Rückgang bei den Importen von -1,3 Prozent auf 19,21 Milliarden Euro als auch bei den Exporten von -0,4 Prozent auf 19,80 Milliarden Euro auf. Daraus ergibt sich für Österreich eine positive Handelsbilanz mit Drittstaaten von 0,59 Milliarden Euro - womit mehr Waren in Drittstaaten ausgeführt als von dort eingeführt wurden. Exportseitig waren die Vereinigten Staaten (Rang 2: -2,9 Prozent), die Schweiz (Rang 4: +0,4 Prozent) und China (Rang 10: +6,2 Prozent) die wichtigsten Handelspartner unter den Drittstaaten.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen aufgrund der wirtschaftspolitischen Brisanz Großbritannien und Russland: Die Russische Föderation - 2013 noch unter den Top-10-Ausfuhrdestinationen zu finden - lag im ersten Halbjahr 2016 an 16. Stelle (-14,2 Prozent auf 0,84 Milliarden Euro). Das Vereinigte Königreich, seit 1973 Mitglied der Europäischen Union, war in den letzten 20 Jahren immer unter den zehn wichtigsten Ausfuhrpartnerländern Österreichs zu finden. Im ersten Halbjahr 2016 lag es nun auf Rang 12 bei den Einfuhren und auf Rang 8 bei den Ausfuhren. Waren im Wert von 1,36 Milliarden Euro wurden im Berichtszeitraum aus dem Vereinigten Königreich bezogen (+14,1 Prozent), die Versendungen dorthin waren etwas höher (+1,9 Prozent auf 2,05 Milliarden Euro). Fast 50 Prozent der ausgeführten Waren gehörten zur Produktgruppe "Maschinen und Fahrzeuge" (+4,2 Prozent auf 1,00 Milliarden Euro) - gefolgt von "Bearbeiteten Waren" (Ausfuhranteil: 17,2 Prozent), "Sonstigen Fertigwaren" (Ausfuhranteil: 13,4 Prozent) und "Chemischen Erzeugnissen" (Ausfuhranteil: 12,9 Prozent), heißt es von der Statistik Austria in einer aktuellen Mitteilung. Wie trend.at bereits Ende August berichtete, sind Österreichs Exportaufträge im Sommer deutlich zurück gegangen - dafür dürfte auch das Brexit-Votum im Juni verantwortlich sein.

Weiterlesen unter diesem Link: Brexit-Effekt: Größere Bremsspuren als erwartet

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