OeNB-Vize Haber: "Keine Angst vor einer großen Inflation"

Gottfried Haber, Vizegouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), glaubt nicht, dass die aktuelle Inflation von Dauer sein wird. Er hält die meisten der derzeit preistreibenden Faktoren für temporär, dennoch wird die Lage genau beobachtet.

OeNB Vizegouverneur Gottfried Haber

OeNB Vizegouverneur Gottfried Haber

Die Inflation in Europa steigt derzeit so rasch an wie seit Jahrzehnten nicht mehr, mittlerweile liegt sie deutlich über den von der EZB angestrebten zwei Prozent. Für den Vizegouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Gottfried Haber, ist jedoch Angst vor einer großen Inflation derzeit nicht gerechtfertigt. Denn es stehe nicht notwendigerweise die aktuelle Teuerungsrate, sondern vielmehr die Frage nach der Langlebigkeit der Dynamik im Vordergrund.

Als Konsument habe man derzeit zwar "den Eindruck, dass es einen Inflationsdruck gibt," so Haber im Klub der Wirtschaftspublizisten. Es gebe derzeit einige Preistreiber wie die stockenden Lieferketten bei gleichzeitig steigender Nachfrage - beispielsweise bei Baustoffen - oder den wieder anziehenden Tourismus nach den Lockdowns im Vorjahr. Auch die befristet gesenkte Mehrwertsteuer in der größten Volkswirtschaft der EU, Deutschland, sei ein europaweit preistreibender Faktor.

Kurzfristig wirkende Faktoren

Die Frage sei jedoch, wie nachhaltig diese Faktoren seien. "Die eigentlich überraschende Antwort - wenn man es anders spürt emotional - ist: Sehr viele dieser Komponenten sind temporäre Preisanstiege und Basiseffekte," sagte Haber. Es seien also Effekte, bei denen man davon ausgehen könne, dass sie die mittelfristige Inflationserwartung nicht maßgeblich nach oben treiben.

"Keine Angst vor großer Inflation, das wäre derzeit nicht gerechtfertigt", empfiehlt Haber. Ein gewisses Anziehen der mittelfristigen Inflationstendenzen sei zwar feststellbar, allerdings nicht in dem zur Zeit sichtbaren starken Ausmaß. Die EZB sowie die OeNB würden die Entwicklung aber weiterhin kritisch beobachten. Derzeit seien aus Sicht der EZB die mittelfristigen Inflationserwartungen noch nicht über das Zwei-Prozent-Ziel gestiegen, sollten sich die preistreibenden Komponenten und damit die Erwartungen jedoch verändern, müsse über eine Anpassung der Geldpolitik durchaus diskutiert werden.

EZB-Direktorin Isabel Schnabel hatte bereits vor den Folgen einer voreiligen Reaktion der EZB auf die erhöhte Inflation gewarnt. "Eine verfrühte Straffung der Geldpolitik in Reaktion auf einen vorübergehenden Inflationsanstieg wäre Gift für den derzeitigen Aufschwung und würde gerade denen noch mehr schaden, die auch unter dem jetzigen Inflationsanstieg leiden", betonte sie.

Starke Unternehmer mit Weitblick

Wie eine HAUSBANK mit Vertrauen erfolgreiche Firmengründer in ganz …

Das Waterdrop-Team: Christoph Hermann (l.), Martin Murray und Henry Murray (r.)

„Nachhaltigkeit ist ein Must-have“

Die Auszeichnung in der Kategorie „Nachhaltigkeit & Greentech – …

Christian Winkelhofer, Managing Director Neue Technologien Accenture Österreich

Wie das Metaverse unser Denken und Handeln verändern wird

Die Pandemie war für viele Unternehmen ein Weckruf, die eigene …

„Die Pandemie hat uns ein neues Denken gelehrt“

„Die Pandemie hat uns ein neues Denken gelehrt“

Vergaberecht. Rechtsanwalt Martin Schiefer und seine 35 Mitarbeiter …