OeNB: Steuerreform und Flüchtlingsausgaben stärken Konjunktur

OeNB: Steuerreform und Flüchtlingsausgaben stärken Konjunktur

OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny.

Zwar bleibt das Wirtschaftswachstum in Österreich eher moderat, doch die Steuerreform und die Ausgaben für die Flüchtlinge beflügeln das BIP-Wachstum im ersten Halbjahr 2016. So soll sich laut Österreichischer Nationalbank (OeNB) die heimische Wirtschaft in den ersten beiden Quartalen jeweils um 0,2 Prozentpunkte auf 0,5 Prozent verbessern.

Vorlaufindikatoren wie Lkw-Fahrleistungsdaten oder die Exportauftragseingänge lassen laut den OeNB-Ökonomen eine Fortsetzung des Wachstumskurses im ersten Quartal 2016 erwarten. Stärkere Impulse werden von der Inlandsnachfrage erwartet. So habe sich die Investitionskonjunktur bereits verbessert.

Hinzu kommt allerdings noch, dass der Konsum nach Einschätzung der OeNB in der ersten Jahreshälfte von zwei Sondereffekten gestützt wurde. Die Ausgaben für Flüchtlinge wirken demnach wie ein defizitfinanziertes Konjunkturprogramm. Vor allem die höheren öffentlichen Konsumausgaben hätten einen positiven Effekt. Darüber hinaus führe die mit Jahresbeginn in Kraft getretene Steuerreform zu einer Belebung des privaten Konsums.

Wirtschaftsfaktor Flüchtlingskrise

Die Flüchtlingskrise ist also ein Sondereffekt, der gemeinsam mit der Steuerreform mit 0,2 Prozentpunkten zum Wachstum beiträgt. Das Wirtschaftswachstum sollte sich daher von von 0,3 Prozent im vierten Quartal 2015 auf jeweils 0,5 Prozent in den ersten zwei Quartalen des Jahres 2016 beschleunigen. Ohne diese Sondereffekte, so die OeNB, verbleibe nur eine moderate konjunkturelle Grunddynamik mit beträchtlichen Risiken.

Zu diesen Risiken zählt die Nationalbank die globalen Konjunkturrisiken, die seit Jahresbeginn gestiegen seien. Sorgen bereiten etwa die Verluste an den internationalen Aktienbörsen, die sinkenden Rohstoffpreise aufgrund der geringen Nachfrage, die wirtschaftliche Abkühlung in China und politische Krisenherde - allen voran der Bürgerkrieg in Syrien. Trotz der erhöhten Abwärtsrisiken hat die OeNB ihre Prognose für das erste Quartal unverändert gelassen.

Die Wachstumsaussichten in den USA schätzt die Nationalbank weiterhin positiv ein. Der Euroraum sei auf einen moderaten Wachstumspfad eingeschwenkt. Deutlich stärker sei die wirtschaftliche Dynamik in Osteuropa, wovon auch die österreichische Exportwirtschaft profitieren könne.

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