OeNB-Nowotny: Ein Drittel der Jobs bei Banken könnte wegfallen

OeNB-Nowotny: Ein Drittel der Jobs bei Banken könnte wegfallen

Notenbankchef Ewald Nowotny.

Düstere Aussichten für den heimischen Bankensektor: Laut Notenbankchef Ewald Nowotny soll in den kommenden Jahren ein Drittel - rund 25.000 Arbeitsplätze - wegfallen. Dieses Szenario sei "nicht unrealistisch", sagte der Notenbankchef bei der Präsentation des Finanzmarktstabilitätsberichts. Zuletzt hat die Bank Austria eine massive Umstrukturierung ihres Filialgeschäfts angekündigt.

Es ist "nicht unrealistisch", dass der heimische Bankensektor in den nächsten Jahren ein Drittel seiner Jobs verliert - das sind rund 25.000 Arbeitsplätze, sagte Notenbankchef Ewald Nowotny am Freitag bei der Vorstellung des Finanzmarktstabilitätsberichts.

Österreichs Bankenlandschaft schrumpfe schon - vom Höhepunkt mit gut 80.000 Beschäftigten 2008 - aber langsamer, als in anderen Staaten. Die Zahl der Filialen liegt hingegen seit 2008 relativ stabil bei 4.200. Österreich hat mit einer Filiale je 2.000 Einwohnern auch immer noch relativ viele Bankstellen.

Immerhin haben die österreichischen Banken nach vorläufigen Zahlen heuer ihr Risiko verringert und den Ertrag nach Risikokosten auf 0,6 Prozent gesteigert - wenn nicht noch im zweiten Halbjahr zusätzliche Risken schlagend geworden sind, sagte Vizegouverneur Adreas Ittner. Österreich leide weiter an einem überdurchschnittlich großen Bankensektor und einer Konzentration der Risiken in Osteuropa. Dazu komme eine im EU-Vergleich unterdurchschnittliche Kapitalausstattung - jedenfalls im Verhältnis zum Risiko. Und das, obwohl die heimischen Institute ihre Kernkapital seit 2008 um 16 Mrd. Euro aufgestockt und zugleich das Risiko verringert haben.

Die Nationalbank hat auch den Immobiliensektor genau im Auge, um Blasenbildungen rechtzeitig zu erkennen. Eine Überhitzung sei derzeit zwar nicht absehbar, so Chefvolkswirtin Doris Ritzberger-Grünwald und OeNB-Direktor Philip Reading, aber die Nationalbank bemüht sich vorsichtshalber um ein gesetzlich verankertes Durchgriffsrecht, um im Fall des Falles künftig strikte Bedingungen für die Kreditvergabe vorschreiben zu können. Dazu könnte eine Beschränkung der Kredithöhe im Verhältnis zum Einkommen oder im Verhältnis zum Wert der gekauften Immobilie gehören.

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