OeNB-Gouverneur Nowotny stimmt gegen EZB-Beschluss

OeNB-Gouverneur Nowotny stimmt gegen EZB-Beschluss

OeNB-Gouverneur Nowotny hat Zweifel zum Anleihenkauf durch die EZB.

Österreichs Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny hat gegen den EZB-Beschluss gestimmt. Auch die Notenbank-Chefs von Estland, den Niederlanden sowie Deutschlands sollen das 1,14 Billionen-Programm nicht mitgetragen haben.

Wien/Frankfurt. "Ich habe diesen Beschluss ganz offen gesagt nicht mit getragen, weil ich glaube, dass er zu früh gekommen ist", sagte das österreichische EZB-Ratsmitglied, Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny am Freitag im "Ö1-Morgenjournal". Seiner Meinung nach hätte man abwarten sollen, wie sich die bisher von der EZB gesetzten Maßnahmen auswirken.

Laut Berichten in den sozialen Medien haben neben Nowotny auch die Notenbank-Chefs von Estland, Ardo Hansson und den Niederlanden, Klaas Knot, den gestrigen EZB-Beschluss für das 1,14 Billionen Euro schweres Anleihenkaufprogramm nicht mitgetragen. Das deutsche EZB-Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschläger und Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sollen überhaupt dagegen gestimmt haben.

Bereits im gestrigen "ZiB2"-Interview meinte Nowotny, er hätte lieber noch zugewartet, da die EZB mit der Auflage dieses billionenschweren Ankaufprogrammes mehr oder weniger ihr "letztes Pulver" verschossen habe.

"Es sind eben doch sehr große Volumina, um die es hier geht. Daher glaube ich, dass es natürlich auch Vorteile bringt, aber dass die Risiken nicht unerheblich sind", begründete Nowotny im Radio-Interview seine Vorbehalte gegen das Programm. Je größer die Volumina, desto größer sei die Problematik, die damit verbunden sein könnte.

Für Nowotny stellt sich grundlegend die Frage, wie weit man durch bloße geldpolitische Maßnahmen in der derzeitigen schwierigen ökonomischen Situation eine Entlastung bringen könne. Auch er sehe das Problem, dass es mit zu großer Liquiditätszufuhr zu negativen Nebenwirkungen kommen könnte, meinte Nowotny.

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