OeNB: Ausgaben für Flüchtlinge und Steuerreform stützen Konjunktur

Die Flüchtlingswelle trägt auch zum Wachstum der Wirtschaft bei. Die Ausgaben für Versorgung der Flüchtlinge bringen Wachstumseffekte, die von der Oesterrechischen Nationalbank (OeNB) auf je plus 0,1 Prozentpunkte im vierten Quartal und im ersten Quartal 2016 beziffert werden. Die konjunkturelle Dynamik festigt sich.

OeNB: Ausgaben für Flüchtlinge und Steuerreform stützen Konjunktur

Wien Zwei Sondereffekte - die Ausgaben für die Versorgung der Flüchtlinge und die Steuerreform - stützen laut Nationalbank die Konjunktur zum Jahreswechsel. Die Ausgaben für die Versorgung der Flüchtlinge wirkten in der kurzen Frist konjunkturstimulierend, so die OeNB. Für das vierte Quartal 2015 und das erste Quartal 2016 werde von einem Wachstumseffekt von je plus 0,1 Prozentpunkten ausgegangen.

Die Steuerreform sollte für das erste Quartal 2016 ebenfalls einen Wachstumseffekt von plus 0,1 Prozentpunkt bringen.

Rund 10.700 Euro pro Jahr wird Österreich 2016 pro Flüchtling ausgeben.

Moderater Wachstumkurs

Die Wirtschaft sei heuer auf einen moderaten Wachstumkurs eingeschwenkt. Im zweiten und dritten Quartal 2015 wuchs die Wirtschaft gegenüber dem Vorquartal um je 0,3 Prozent, "die konjunkturelle Dynamik wird sich über den Jahreswechsel hinaus weiter festigen", so die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Donnerstag in einer Pressemitteilung zu den Ergebnissen des November-Konjunkturindikators.

Für das vierte Quartal 2015 wird demnach ein Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,4 Prozent und für das erste Quartal 2016 von 0,5 Prozent erwartet.

Die ab Jahresbeginn 2016 wirksame Steuerreform werde zu einer Erhöhung des verfügbaren Einkommens der Haushalte und damit zu einer Belebung des privaten Konsums führen.

Im dritten Quartal sei das Wachstum von 0,3 Prozent nur geringfügig unter dem langfristigen Durchschnitt von 0,4 Prozent gelegen. Das Exportplus sei mit 1,4 Prozent über dem langjährigen Schnitt (1,0 Prozent) gelegen. Auch die Bruttoanlageinvestitionen würden seit Jahresbeginn wieder zum Wachstum beitragen. Die Wohnbauinvestitionen seien im dritten Quartal noch rückläufig gewesen, der Trend der letzten Quartale deute aber auf ein baldiges Ende des Schrumpfungsprozesses hin. Die Kreditvergabe an Unternehmen habe sich beschleunigt.

Nicht in Schwung gekommen sei bisher die Industrieproduktion. Die Kapazitätsauslastung sei zurückgegangen. Dem stehe die gute und sich weiter verbessernde Auftragslage der Unternehmen gegenüber. Nachfrageseitig werde die österreichische Konjunktur seit 2012 vor allem durch die Entwicklung des privaten Konsums gedämpft.

"In Summe ergibt sich jedoch eine moderat positive konjunkturelle Grunddynamik, die auch über den Jahreswechsel hinaus fortbestehen wird", so die Nationalbank.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal wird für das Schlussquartal 2015 einen BIP-Anstieg von 1,2 Prozent erwartet, für die ersten drei Monate 2016 von 1,5 Prozent. Für das Gesamtjahr 2015 prognostiziert die OeNB 0,7 Prozent Wachstum.

ZUR PERSON: Martin Butollo ist seit 2013 Country-CEO der Commerzbank in Österreich. Nach seinem Studium an der Wiener Wirtschaftsuniversität und der Pariser HEC trat Butollo bei PricewaterhouseCoopers ein und wechselte dann nach Frankfurt, wo er bei der Dresdner Bank und der Commerzbank Bankerfahrung sammelte.
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