Ölpreise kräftig gestiegen, aber immer noch im Keller

Ölpreise kräftig gestiegen, aber immer noch im Keller

Saudi Aramco President und CEO Khalid A. Al-Falih (li.) übernimmt das Ölministerium von Ali al-Naimi, der nun abtritt.

Der Preis für Nordsee-Ölsorte Brent ist gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag um 65 Cent auf 46,02 US-Dollar gestiegen. Als Grund werden die Waldbrände in Kanada genannt, die die Öl-Förderung einbremsen. Auch die Neubesetzung im Energieministerium von Saudi Arabien soll die Preisbildung beeinflusst haben.

Singapur. Die Ölpreise sind am Montag gestiegen. Händler erklärten die Kauflaune unter anderem mit Waldbränden in Kanada, die einen Teil der Ölproduktion des Landes lahmgelegt haben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli kostete in der Früh 46,02 US-Dollar (40,27 Euro). Das waren 65 Cent mehr als am Freitag.

Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juni stieg um 87 Cent auf 45,53 Dollar.

Die anhaltenden Waldbrände in der kanadischen Ölprovinz Alberta würden die Ölpreise stützen, hieß es aus dem Handel. Mittlerweile gehen Experten davon aus, dass die Brände Produktionskapazitäten von etwa einer Million Barrel pro Tag lahmgelegt haben.

Außerdem stützten laut Händlern Meldungen über einen Wechsel an der Spitze des Ölministeriums in Saudi-Arabien die Preise.

Ministerrochaden in Saudi-Arabien

Saudi-Arabiens König Salman hat seinen langjährigen und einflussreichen Energieminister Ali al-Naimi entlassen und den Verwaltungsratschef des Ölgiganten Aramco Khaled al-Falih zu dessen Nachfolger ernannt. Der neue Energieminister al-Falih erklärte am Sonntag, er werde am bisherigen Kurs festhalten. Bei dem am Samstag angekündigten Umbau wurden auch andere zentrale Posten neu besetzt.

Der Schritt soll Beobachtern zufolge die jüngst eingeleiteten wirtschaftlichen Reformen stützen, mit denen der weltgrößte Ölexporteur seine Abhängigkeit von den schrumpfenden Rohstoffeinnahmen verringern will. Als Teil des Umbaus wird das Öl-Ressort vergrößert und in Ministerium für Energie, Industrie und Bodenschätze umbenannt.

Falih hatte seit einem Jahr das Amt des Gesundheitsministers inne, das er nun aufgibt. Er war bis 2015 Aramco-Chef und wurde dann zum Vorstandschef ernannt. Beobachter gehen davon aus, dass es keine größeren Veränderungen geben wird, zumal der Energie-Bereich zuletzt immer mehr vom stellvertretenden Kronprinzen Mohammed bin Salman geprägt wurde.

Falih folgt dem 80-jährigen Ali al-Naimi nach, der das Amt seit 1995 bekleidete und lange als einer der einflussreichsten Vertreter des weltweiten Energie-Sektors galt. Nur ein Wort von ihm konnte die Öl-Märkte bewegen. Er verfolgte den Kurs, auch in Zeiten niedriger Ölpreise an der Fördermenge festzuhalten, um Konkurrenten mit höheren Förderkosten aus dem Rennen zu schlagen. Unter König Salman schwand allerdings zunehmend sein Einfluss.

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