Ölpreis erstmals seit Ende 2014 über 80 Dollar - Spritpreise ziehen an

Ölpreis erstmals seit Ende 2014 über 80 Dollar - Spritpreise ziehen an

Der Rückzug aus dem Atomabkommen mit dem Iran und die Angebotsverknappung bei Rohöl haben die Preisspirale nach oben gedreht. In den vergangenen Jahren hat der Preis pro Barrel zwischen 30 und 80 Dollar geschwankt. Analysten warnen bereits vor Iran-Sanktionen. Auch der Konsument bekommt den steigenden Rohölpreis seit gut einer Woche zu spüren. An der Tankstelle wurde seither der Sprit um fast zehn Cent pro Liter teurer.

Kopenhagen. Angesichts wachsender Unsicherheit über die Ölproduktion im Iran und in Venezuela steigt der Ölpreis weiter an. Am Donnerstagmittag wurde für ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent in London zum ersten Mal seit November 2014 die Marke von 80 Dollar (rund 68 Euro) durchbrochen. Wenig später sank der Kurs zwar wieder auf 79,79 Dollar, lag damit aber immer noch um 51 Cent höher als am Vortag.

Bereits in der vergangenen Woche hatten der angekündigte Rückzug der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran und die Wiedereinsetzung von Sanktionen seitens der Regierung in Washington den Ölpreis in die Höhe getrieben. Das ölreiche südamerikanische Venezuela befindet sich indes bereits seit mehreren Jahren in einer tiefen Wirtschaftskrise.

Mitte 2014 hatten die Ölpreise noch bei rund 110 Dollar pro Fass gelegen und waren danach tief gefallen, zeitweise auf 27 Dollar.

Die Spritpreise ziehen an

Pfingsten und eine explosive Lage im Nahen Osten sind meist keine guten Vorzeichen für Autofahrer - so auch heuer wieder. Seit Anfang der Woche stiegen die Preise für Superbenzin um rund 1,5 Cent, bei Diesel waren es rund 2 Cent, rechnete heute der ÖAMTC vor. Aktuell koste ein Liter Diesel 1,222 Euro, Super 1,274 Euro.

"So hoch war der Tages-Durchschnittspreis bei Diesel zuletzt im November 2014, bei Super im Juli 2015", so der Club. Verantwortlich für dieses Hoch seien vor allem die seit März gestiegenen Ölpreise.

Der Mineralölverband hat heute einmal mehr darauf hingewiesen dass die Ölkonzerne jedenfalls nicht die Preistreiber sind. "In den vergangenen zwei Jahren pendelten die Rohölpreise zwischen 30 und fast 80 US-Dollar", so der Verband. Ein Faktor dabei sei unter anderem der schwankende Dollar-Wechselkurs.

Analysten der Bank Goldman Sachs wiesen heute auf die Sorge vor einer Angebotsverknappung aufgrund der US-Sanktionen gegen den Iran hin. Denn selbst die steigende US-Ölförderung würde nicht ausreiche, um die möglichen Rückgänge der Lieferungen aus dem Iran auszugleichen.

Der ÖAMTC hat noch einen Tipp für Reisende: Wer einen Auslandstrip plant, sollte noch im Inland tanken. "Spürbar teurer ist es vor allem in Italien: Hier zahlt man bei einer 50-Liter-Diesel Tankfüllung um rund 14 Euro, für Super sogar um rund 17 Euro mehr als in Österreich", so der Club.

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