Ölkonzern BP kämpft weiter mit Deepwater Horizon Nachwehen

Vor über sechs Jahren verursachte der Untergang der Ölbohr-Plattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko die schwerste Ölpest der Geschichte. BP wurde als Betreiber im Folgeprozess zu einer Milliardenstrafe und zur Behebung der Umweltschäden verurteilt. Wegen der Kosten dafür schreibt der Konzern weiter Verluste.

BP CEO Bob Dudley

BP CEO Bob Dudley

Gut sechs Jahre ist es her, dass als Folge einiger schwerer Versäumnisse auf der Ölbohrplattform Deepwater Horzion im Golf von Mexiko die schwerste Ölpest in der Geschichte ausgelöst wurde. Als Betreibergesellschaft wurde der britische Mineralölkonzern BP (ISIN GB0007980591) in der Folge zu einer Rekordstrafe von 20,8 Milliarden Dollar und zur Behebung der Folgeschäden verurteilt.

Erst vor kurzem hat das Unternehmen die Kosten dafür auf 61,6 Milliarden Dollar festgelegt. Durch den "tragischen Unfall" sei BP "stärker" und "disziplinierter" geworden, erklärte BP-Chef Bob Dudley bei der Vorstellung der Quartalszahlen und betonte, dass nun endlich ein Schlussstrich unter die materiellen Verpflichtungen für "Deepwater Horizon" gezogen werden könne.

Ganz ausgestanden ist die Ölkatastrophe für den Konzern aber immer noch nicht. Das nächste Ungemach droht Ende September. Dann kommt das Unglück als Film ins Kino (http://www.deepwaterhorizon.movie).

DEEPWATER HORIZON Trailer

Miliardenverlust im Quartal

Dem Energiekonzern hat das Unglück auch im zweiten Quartal des Jahres weiter rote Zahlen eingebrockt. Diesmal musste das Unternehmen einen Verlust von 1,4 Milliarden Dollar hinnehmen. Im Vorjahreszeitraum war das Minus mit 5,8 Milliarden Dollar allerdings noch mehr als vier Mal so hoch ausgefallen. Der um die Folgekosten für das Unglück bereinigte Gewinn brach im zweiten Quartal um 45 Prozent auf 720 Millionen US-Dollar ein. Im Vorjahr hatte BP noch 1,3 Milliarden Dollar verdient

Auch die niedrigen Ölpreise ( --> aktueller Ölpreis Brent) machten dem Konzern zu schaffen. Während BP vor einem Jahr noch 62 Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kassierte, waren es im zweiten Quartal lediglich 46 Dollar. Druck bringen die derzeit niedrigen Gewinnmargen im Raffineriegeschäft, die nach Aussage von Dudley zwischen April und Ende Juni auf den niedrigsten Stand seit 2010 rutschten.

Zwar hat sich der Ölpreis inzwischen wieder etwas erholt im Vergleich zum Jahresbeginn, doch das Umfeld wird nicht einfacher. Der Margendruck dürfte im dritten Quartal zunehmen und die Produktion wegen Wartungsarbeiten zudem niedriger ausfallen, warnte Dudley am Dienstag.

Trotz des Gewinneinbruchs zeigte sich Dudley zuversichtlich: "Wir führen signifikante Verbesserungen in unser Geschäft ein, die unabhängig vom Ölpreis sind. Wir sind auf einem guten Weg unser Geschäft wettbewerbsfähig zu machen", erklärte Dudley in einer Mitteilung.

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