Ölfeld-Ausstatter SBO ist wieder auf Gewinnkurs

Gerald Grohmann, Vorstandschef der Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO)

Gerald Grohmann, Vorstandschef der Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO)

Die Erholung in der Ölindustrie, vor allem in Nordamerika, hat den Ölfeld-Ausstatter Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO) zurück in die Gewinnzone gebracht. Der Umsatz konnte im ersten Halbjahr 2017 stark gesteigert, der Auftragseingang verdoppelt werden.

Der österreichische Ölfeld-Ausstattungsspezialist Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO) ist nach branchenbedingt schwierigeren Perioden wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. "Das Branchenumfeld der Oilfield Service-Industrie zeigt starke Erholungstendenzen. Während das internationale Umfeld stagniert, sind die USA und Kanada Motor dieser Entwicklung. Hier sollen die Ausgaben für Exploration und Produktion (E&P) im Gesamtjahr 2017 um 41 Prozent steigen", beschreibt das Unternehmen die nunmehr bessere Lage.

SBO kommt dabei die starke strategische Ausrichtung auf den nordamerikanischen Kontinent zu Gute. Das Unternehmen hat in der ersten Jahreshälfte 2017 einen Umsatz von 135,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Gegenüber dem Krisenjahr 2016 bedeutet das eine Steigerung von 54,2 Prozent. Der Auftragseingang hat sich im ersten Halbjahr 2017 auf 150 Millionen Euro verdoppelt.

Der deutlich gestiegene Umsatz spiegelt sich in einer klaren Ergebnisverbesserung wider. Nach einem Verlust von 5,7 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des konnte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wieder ins Plus, auf 22,0 Millionen Euro gedreht werden.Auch das EBIT war im zweiten Quartal mit 2,2 Millionen Euro zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder im Plus

Geschäft brummt in Nordamerika

„Wir haben auch in den Krisenjahren konsequent unsere Strategie umgesetzt, das Segment Oilfield Equipment erweitert und unsere Präsenz in Nordamerika ausgebaut. Davon profitieren wir schon heute, denn in dieser Region läuft der Motor bereits auf Hochtouren“, sagt Gerald Grohmann, Vorstandsvorsitzender der SBO. „Besonders das zweite Quartal war stark. Hier konnten wir unseren Umsatz und das Ergebnis gegenüber dem Jahresanfang noch einmal deutlich verbessern. Wir haben das Betriebsergebnis gedreht, es hat erstmals seit zwei Jahren ein positives Vorzeichen.“

Aktuell investiert der Ölfeld-Ausstatter in Nordamerika, um die Kapazitäten im Segment Oilfield Equipment zu erweitern. Damit soll die Grundlage geschaffen werden, um weiterhin am Aufschwung partizipieren zu können.

Während das Geschäft Nordamerika stark anzieht, stagniert es allerdings international noch. Deutlich wird das an den prognostizierten Ausgaben für Exploration und Produktion (E&P-Ausgaben): Diese sollen 2017 erstmals seit 2014 wieder steigen, weltweit um acht Prozent. Dabei soll der Zuwachs in Nordamerika 41 Prozent betragen, international wird hingegen ein weiterer, wenn auch leichter Rückgang von einem Prozent erwartet.

Ölpreis bleibt unter Druck

Die weitere Entwicklimh Ölpreises sieht SBO-Vorstand Grohmann differenziert. Der Preis sei zunehmenden Volatilitäten ausgesetzt. Mit den rasch steigenden Produktionsmengen in Nordamerika nehme der Druck auf den Ölpreis wieder zu. Das wirke sich dämpfend auf die Industrie außerhalb von Nordamerika und den OPEC Staaten aus. Dabei werde jedoch übersehen, dass gerade dieser Markt einen Anteil von 42 Prozent an der weltweiten Rohöl-Produktion hat.

Für eine echte Erholung des Geschäfts von SBO müsste sich der Ölpreis wieder deutlich in Richtung 60 Dollar pro Barrel bewegen. Das ist allerdings derzeit nicht absehbar. Das Barrel Rohöl der Nordsee-Sorte Brent wird aktuell um 52,42 Dollar gehandelt, WTI Oil um 48,22 Dollar.

„Eine hohe Volatilität kommt in einem Übergangsjahr nicht unerwartet“, relativiert SBO-Vorstand Grohmann. „Aus Nordamerika und den OPEC Staaten kommt nur etwas mehr als die Hälfte der weltweiten Gesamtproduktion. Die andere Hälfte stammt aus Ländern, die weiterhin durch jahrelange Unterinvestitionen geprägt sind. Hier müssen die Investitionen in neue Explorationsprojekte in den kommenden Jahren stark steigen, nur so lässt sich mittel- und langfristig die steigende Nachfrage bedienen.“

SBO an der Börse

Schoeller-Bleckmann hat an der Börse schwierige Zeiten hinter sich. Die letzten Jahre waren geprägt von dem niedrigen Ölpreis geprägt, der auf die Explorationstätigkeiten und die weltweite Ölproduktion gedrückt hat.

Das 5-Jahres-Hoch der Aktie (96,54 €) datiert vom Mai 2014, im zweiten Halbjahr 2014 setzte der Abschwung ein, das Tief war Anfang 2016 mit 40,16 Euro erreicht. Im Schlussquartal 2016, nach den Wahlen in den USA, dem Sieg Donald Trumps und den damit verbundenen Hoffnungen erlebte das Papier eine kurze Renaissance und stieg bis auf knapp 80 Euro (79,24 €) an. In der Folge ist es allerdings wieder bis auf 52,90 Euro abgerutscht.

Die nunmehr veröffentlichten Geschäftszahlen haben der Aktie einen deutlichen Push gegeben. SBO (ISIN AT0000946652) hat als Folge gut sieben Prozent zugelegt und notiert aktuell bei 57,10 €.

SBO Aktie (ISIN); Stand vom 24.8.2017: 57,10 €. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

SBO Aktie (ISIN); Stand vom 24.8.2017: 57,10 €. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Geld

In diesen Urlaubsländern kriegen Sie am meisten für Ihren Euro

Sonja Sarközi wird Chefin der russischen Sberbank Europe

Wirtschaft

Sonja Sarközi wird Chefin der russischen Sberbank Europe

Auto & Mobilität

Bau Lobautunnel genehmigt: Stau auf der Tangente ade