Ökostrom in Österreich - Hintergründe und Fakten

Ökostrom in Österreich - Hintergründe und Fakten

Solarenergie könnte einer der Energieträger der Zukunft werden, wenn sich der Wirkungsgrad noch weiter erhöhen und die Nutzung sich intensivieren lässt.

Ohne Strom wäre der moderne Alltag in Österreich undenkbar. Kein Kühlschrank und kein E-Herd würden ohne den Strom aus der Steckdose funktionieren. Entsprechend hoch der Gesamtenergieverbrauch. In Österreich belief sich der Inlandsstromverbrauch 2014 auf knapp 69.000 GWh. Und ein erheblicher Teil der verbrauchten Strommengen stammt aus regenerativen Quellen. Österreich kommt auf einen Anteil der erneuerbaren Energieträger von 68 Prozent – und ist laut Energiestatus 2016 des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft damit im gesamteuropäischen Vergleich absoluter Spitzenreiter.

Zum Vergleich: Im EU 28 Durchschnitt liegt der Anteil erneuerbarer Energiequellen bei gerade einmal 25 Prozent. Ökostrom hat damit in Österreich eine besondere Bedeutung – auch aufgrund der regionalen Besonderheiten. Anders als beispielsweise Deutschland, das in größerem Umfang fossile Energieträger besitzt, ist Österreich auf Alternativen angewiesen – wie beispielsweise die Wasserkraft oder nachwachsende Energieträger wie Holz. Welche Energiequellen haben eine besondere Bedeutung?

Welche Ökostromquellen werden besonders genutzt?

Grundsätzlich stehen heute zur Energiegewinnung und Stromerzeugung verschiedene Quellen zur Verfügung. Fossile Rohstoffquellen wie Kohle – in Form von Braun- und Steinkohle – sowie Erdöl oder Erdgas werden inzwischen kritisch betrachtet. Die Unfälle von Tschernobyl und im japanischen Fukushima haben deutlich unterstrichen, wie gravierend sich Störfälle in Kernkraftwerken auswirken. Und welche gesamtgesellschaftliche Herausforderung hieraus ergeben kann. Beim Thema Ökostrom lassen sich mehrere Gruppen voneinander unterscheiden:

- Windkraft
- Wasserkraft
- Geothermie
- Sonnenenergie
- regenerative Quellen.

Sonnenenergie wird in der Hauptsache für Solarthermie – also zur Bereitstellung von Heizwärme oder Warmwasserbereitung – und zur Stromerzeugung über Fotovoltaik genutzt. Letztere hat leider immer noch den Nachteil eines im Vergleich zum Aufwand verbesserungsfähigen Wirkungsgrades.

Die Nutzung der Erdwärme durch Geothermie wird in Österreich derzeit nur in wenigen Regionen großräumig betrieben. Zudem ist das Potenzial für die Nutzung dieser Energiequelle – entsprechend einer Potenzialanalyse des Projekts REGIO Energy – nicht überall im gewünschten Maßstab (auch aufgrund geologischer Rahmenbedingungen) möglich.

Einen überdurchschnittlich hohen Anteil an der Stromerzeugung hat in Österreich die Wasserkraft, wie die Grafik unter www.stromdiskont.at verdeutlicht. Laut der eingangs angesprochenen Erhebung zum Energiestatus macht dieser Bereich inzwischen mehr als zwei Drittel der gesamten Bruttostromerzeugung in der Alpenrepublik aus – und zwar durch den Betrieb von:

- Laufkraftwerken
- Speicherkraftwerken.

Alle anderen Ökostromarten haben im Strommix der Alpenrepublik einen Anteil von rund 13 Prozent. Hier fallen unter anderem die biogenen Abfälle ins Gewicht, welche beispielsweise in sogenannten KWK (Kraft-Wärme-Kopplung) Anlagen in thermische Energie und Strom umgesetzt werden. Gegenwärtig ist damit zu rechnen, dass Windkraft und Sonnenenergie zunehmend stärker ins Gewicht fallen, da hier in den letzten Jahren ein zunehmender Ausbau der verfügbaren Ökostromanlagen stattgefunden hat – wobei die Windenergieanlagen mit knapp 3.000 MW besonders stark vertreten sind.

Wie teuer ist Ökostrom in Österreich?

Pauschale Einschätzungen im Hinblick auf die Preise für 1 kWh Strom sind in Österreich nicht nur schwierig – sie sind fast unmöglich. Grundsätzlich richtet sich der Strompreis nach den folgenden Faktoren:

- Wohnort
- Verbrauch
- Versorger.

In der Praxis zeigt sich, dass je nach Wohnsitz der Strompreis bei österreichweit tätigen Lieferanten schnell zwischen 3 Cent bis 4 Cent schwanken kann. Bezüglich des Verbrauchs gilt die Faustregel: Wer mehr verbraucht, bezahlt weniger pro Kilowattstunde. Ursache hierfür ist der Mix aus variablen (verbrauchsabhängigen) und pauschalen Stromkosten. Letztere führen bei einem Minderverbrauch zu einer Strompreissenkung.

Bleibt noch das Thema Versorger. Bei gleichem Verbrauch und identischem Wohnort ergeben sich hier zwischen günstigen und teuren Anbietern erhebliche Preisdifferenzen – von hohen einstelligen Centbeträgen pro verbrauchter Kilowattstunde. Letztlich kann ein Haushalt in Österreich ab 13 Cent bis 14 Cent oder bis mehr als 20 Cent je kWh Strom bezahlen.

Was sollten Verbraucher bei Ökostromtarifen beachten?

Verbraucher haben in Österreich die Möglichkeit, mit einer geschickten Wahl des Anbieters Geld zu sparen. Die Rabattmöglichkeiten ergeben sich in verschiedenen Bereichen – wie:

- der Zahlweise
- dem Zahlintervall
- Vertragsbindung
- Rabatte für Neukunden.

Letztere werden heute als Abschlag auf die Stromrechnung gutgeschrieben oder Haushalte können Gratiszeiträume in der Versorgung nutzen. Um den Neukundenrabatt voll auszunutzen, müssen Verbraucher in aller Regel eine gewisse Mindestvertragszeit erfüllen. Sofern sich ein Vertragskunde zum vorzeitigen Wechsel entschließt, geht ein Teil des Preisvorteils natürlich wieder verloren.

Im Hinblick auf eine längere Vertragsbindung gibt es ebenfalls die Möglichkeit, als Haushalt von Rabatten zu profitieren. Allerdings ist an diesem Punkt zu bedenken, wie lange sich Stromkunden an den Tarif binden müssen. Die Frist reicht von einem Jahr bis 36 Monate. Wer früher wechseln will, verliert Preisvorteile. Bei der Zahlweise bieten Anbieter unterschiedliche Möglichkeiten zum Sparen an. Gängig sind:

- Zahlen per Bankeinzug statt per Zahlschein
- umfassende Vorauszahlungen
- Verzicht auf Postversand der Rechnung.

Ob und in welcher Höhe sich hier ein Preisvorteil ergibt, variiert natürlich von Anbieter zu Anbieter. Allerdings sind gerade im Hinblick auf sechs- bis zwölfmonatige Vorauszahlungen durchaus Rabatte drin. Bevor sich ein Haushalt aber einfach aus dem Bauch heraus für eine dieser Optionen entscheidet, muss klar sein, dass die finanzielle Belastung auch wirklich finanziell tragbar ist. Und welche Herausforderungen sich hieraus sonst noch für den Verbraucher bzw. Stromkunden ergeben können.

Die Stromerzeugung wird in Zukunft noch weiter umgestellt werden müssen, um den Klimawandel aufzuhalten. Doch worauf müssen sich die Verbraucher dabei einstellen?

Fazit: Österreich ist ein Ökostromland

Viele Länder in der EU versuchen seit Jahren krampfhaft, den Anteil erneuerbarer und regenerative Energiequellen im Strommix zu erhöhen. Selbst Deutschland liegt mit etwa 25 Prozent im Bruttostromverbrauch hier weit hinter Österreich zurück. Durch den sehr hohen Anteil der Wasserkraft, die auf unterschiedliche Art und Weise genutzt wird, ergibt sich für Österreich ein Anteil der regenerativen Energiequellen von fast 70 Prozent. In der EU kann kein anderes Mitgliedsland hier mithalten. Entsprechend stark ist das Angebot bei den Ökostromtarifen. Wer als Haushalt auf den grünen Energiemix setzt, dürfte kein Problem damit haben, entsprechende Angebote mit soliden Konditionen zu finden. Und es lässt sich durchaus beim Preis noch der eine oder andere Rabatt rausholen – wenn hinsichtlich Zahlweise oder Vertragsbindung einige Register gezogen werden.

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