OECD: Österreichs Wirtschaft nimmt langsam Fahrt auf

Langsam aber sicher nimmt das Wirtschaftswachstum in Österreich an Fahrt auf: Heuer wird das heimische BIP um 0,8 Prozent, kommendes Jahr um 1,3 Prozent wachsen. Das Tempo hängt laut "Economic outlook" der OECD jedoch stark von der Entwicklung der Exporte ab. Deutschlands Wirtschaft würde etwa von der Integration von Flüchtlingen profitieren.

OECD: Österreichs Wirtschaft nimmt langsam Fahrt auf

Angetrieben wird das Wachstum durch historisch niedrige Zinssätze, den anhaltend tiefen Ölpreisen, einem Anstieg der Exporte und dem schwachen Euro. Die ab Jänner in Kraft tretende Steuerreform wird laut "Economic Outlook" den Konsumausgaben der Haushalte einen zusätzlichen Schub verleihen.

Die OECD betont, dass das Wachstumstempo stark von der Entwicklung der Exporte abhängt. So gesehen kann Österreich für das heurige Jahr eine vorläufig positive Bilanz ziehen. Dank florierender Exporte hat sich das heimische Außenhandelsdefizit heuer in den ersten acht Monaten fast halbiert. Die weltweiten Ausfuhren legten um 2,4 Prozent auf 85,73 Milliarden Euro zu. Die Importe erhöhten sich nur um 1,2 Prozent auf 86,84 Milliarden Euro.

Prognose für 2016 leicht gesenkt

Im Juni hatte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) noch für heuer 0,6 Prozent prognostiziert, für 2016 noch 1,7 Prozent Wachstum erwartet. Jetzt wurde die Prognose für heuer leicht angehoben, für das nächste Jahr dann allerdings um 0,4 Prozentpunkte gesenkt.

Die Arbeitslosenrate in Österreich werde von 6,0 Prozent im Jahr 2015 noch einmal leicht auf 6,1 Prozent im Jahr 2016 steigen, bevor sie im Jahr 2017 dann auf 5,9 Prozent fallen werde. Die Inflation verharre auf 1,4 Prozent in den Jahren 2015 und 2016, bevor sie dann 2017 auf 1,6 Prozent ansteigt.

Indien wächst schneller als China und überholt die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Schwellenländer bremsen weltweites Wachstum

Die Konjunkturflaute in wichtigen Schwellenländern drückt das weltweite Wachstum. Die OECD korrigierte deshalb ihre Wirtschaftsprognose nach unten und rechnet für das kommende Jahr noch mit einem Plus von 3,3 Prozent. Das ist ein halber Prozentpunkt weniger als noch im Juni erwartet.

Im März hatte sie noch 4,0 Prozent für 2015 und 4,3 Prozent für 2016 erwartet. Chefökonomin Catherine Mann äußerte sich "sehr besorgt" über die Stagnation des globalen Handels und die niedrigen Investitionen.

Besonderes Augenmerk richtet die OECD auf die Entwicklung in China. Die schrittweise Umstellung der Wirtschaft von der Exportorientierung auf die Binnennachfrage könne zu Turbulenzen führen, doch sei eine einigermaßen gleichmäßige Entwicklung zu erwarten, erklärte die OECD. Während sich die Verlangsamung des Wachstums in China bisher nur begrenzt auf die OECD-Länder auswirke, seien einige Schwellenländer stark davon betroffen. Neben China fuhren auch mehrere andere Schwellenländer ihre Importe deutlich zurück.

Besorgt zeigte sich die OECD darüber, dass der globale Handel seit 2012 ungewöhnlich schwach sei. "Robuster Handel und globales Wachstum gehen Hand in Hand", erklärte Chefökonomin Mann. Eine Abschwächung des Welthandels sei ein Warnhinweis und sei in der Vergangenheit "mit globaler Rezession verbunden" gewesen.

USA top, Euro-Zone flop

Auch die Prognose für das Wachstum in der Eurozone wurde revidiert. Demnach soll die Wirtschaft in den Euroländern 2015 um 1,5 Prozent und 2016 um 1,8 Prozent wachsen. Im Juni waren für 2015 nur 1,4 Prozent und für 2016 noch 2,1 Prozent Zuwachs erwartet worden.

Während die Entwicklung in den USA bei Investitionen und Arbeitslosigkeit sehr positiv sei, falle diese in der Eurozone eher enttäuschend aus, erklärte die OECD. Sie zeigte sich besorgt, dass sich der Abbau von Wirtschafts- und Handelsbarrieren seit der Finanzkrise 2008 deutlich verlangsamt habe. Die OECD warnte zudem, dass die Gefahr einer Deflation nicht vollständig ausgeräumt sei.

Für Österreichs wichtigsten Wirtschaftspartner Deutschland fällt die Prognose für 2015 mit 1,5 Prozent und 2016 mit 1,8 Prozent genau mit der Prognose für die Eurozone zusammen. In der Juni-Prognose waren für Deutschland noch 1,6 Prozent Wachstum für heuer und 2,3 Prozent für nächstes Jahr erwartet worden.

Deutschland profitiert von den Flüchtlingen

Deutschland würde laut OECD vor allem auch durch die starke Zuwanderung profitieren. Denn die steigenden Staatsausgaben für die Integration von Flüchtlingen kurbeln demnach die Konjunktur an. "Das wird deutliche Kosten verursachen" sagt OECD-Experte Christian Kastrop. Acht Milliarden Euro veranschlagt die deutsche Bundesregierung 2016 für die Bewältigung der Flüchtlingskrise. Außerdem könne Deutschland von den Flüchtlingen profitieren - vorausgesetzt, sie finden rasch einen Job.

Für Österreich, Deutschland und Schweden - die Länder, auf die sich die Flüchtlinge konzentrieren - erwartet die OECD moderate Auswirkungen. Demnach werde in Österreich erwartet, dass die Staatsausgaben für Asylwerber und Flüchtlinge von 0,1 Prozent des BIP im Jahr 2014 auf 0,15 Prozent im Jahr 2015 und schließlich auf 0,3 Prozent des BIP im Jahr 2016 steigen sollen.

Der Einfluss der Flüchtlinge auf den Arbeitsmarkt werde von den Bedingungen am Arbeitsmarkt abhängen, von den Qualifikationen und Fähigkeiten der Neuankömmlinge und von der Regulierung am Arbeitsmarkt.

Der OECD gehören neben den Industrieländern in Europa und Nordamerika auch eine Reihe von Schwellenländern an wie Mexiko, Chile und die Türkei.

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