OECD-Bericht: Kluft zwischen Arm und Reich hindert Wachstum

Die armen und reichen Bevölkerungsschichten driften immer weiter auseinander - und das hat Folgen: Einem OECD-Bericht zufolge hemmt die Kluft zwischen Arm und Reich das Wirtschaftswachstum.

OECD-Bericht: Kluft zwischen Arm und Reich hindert Wachstum

Wachsende Ungleichheit: Ein Bettler in Berlin.

Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich verlangsamt in vielen OECD-Ländern das Wirtschaftswachstum. Denn Ärmere investieren in der Regel weniger in Bildung, damit gebe es weniger Kompetenzen im jeweiligen Land. Das geht aus einem neuen OECD-Arbeitspapier hervor.

Starkes und dauerhaftes Wachstum sei nur bei energischem Eintreten gegen wachsenden Ungleichheit möglich, erklärte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris. Daher könne auch gezielte Umverteilung durch Steuern und Transferleistungen durchaus wachstumsfördernd sein.

Die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland ist der Industriestaaten-Organisation OECD zufolge heute größer als vor 30 Jahren. Verdienten die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung Mitte der 1980er-Jahre fünf Mal so viel wie die ärmsten zehn Prozent, liege das Verhältnis heute bei 7:1, hieß es im veröffentlichten Arbeitspapier. Die OECD fordert die Politik in diesem zum Gegensteuern auf. "Unsere Analyse zeigt, dass wir nur auf starkes und dauerhaftes Wachstum zählen können, wenn wir der hohen und weiter wachsenden Ungleichheit etwas entgegensetzen", sagte Generalsekretär Angel Gurria. "Der Kampf gegen Ungleichheit muss in das Zentrum der politischen Debatte rücken."

Einkommensungleichheit hemmt Wachstum

Denn die gestiegene Einkommensungleichheit hemme die wirtschaftliche Entwicklung. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Deutschland sei zwischen 1990 und 2010 inflationsbereinigt um etwa 26 Prozent gewachsen, so die OECD. Wäre die Ungleichheit auf dem Niveau von Mitte der achtziger Jahre verharrt, hätte das Plus um fast sechs Prozentpunkte höher ausfallen können.

Dafür sieht die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vor allem einen Grund: Ärmere investieren in der Regel weniger in Bildung. Kinder aus sozial schwächeren Familien haben daher weniger Bildungschancen. "Wachsen und gedeihen werden vor allem jene Länder, die alles daran setzen, dass ihre Bürger von klein auf gleiche Chancen haben."

Eine Umverteilung von oben nach unten mittels Steuern und Transfers sei nicht zwangsläufig wachstumsschädlich, solange entsprechende Maßnahmen zielgenau angewandt werden. Eine solche Verteilungspolitik müsse sich vor allem auf Familien mit Kindern sowie auf junge Menschen konzentrieren und deren Lernchancen verbessern.

In der OECD verdiente Mitte der 1980er Jahre das reichste Zehntel der Bevölkerung sieben Mal so viel wie das ärmste. Heute liege das Verhältnis bei 9,5 zu eins, erklärte die 34 Mitgliedsländer - darunter die Schweiz - zählende Organisation.

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