ÖAMTC kritisiert: Spritpreis fällt zu langsam

ÖAMTC kritisiert: Spritpreis fällt zu langsam

Kritik: Der Spritpreis wird zu spät gesenkt.

Der österreichische Automobilklub ÖAMTC kritisiert, dass der Verfall des Weltmarktpreises für Rohöl zu spät an den Konsumenten weitergereicht wird. Seit Jahresbeginn ist der Rohölpreis um 19 Prozent gesunken.

Fallende Rohölpreise bedeuten auch fallende Spritpreise an den Tankstellen. Und damit müsste die Botschaft für Autofahrer klar sein. Der Spritpreis müsste fallen. Nur: Fällt der Weltmarktpreis für Rohöl, heißt das noch lange nicht, dass Konsumenten genauso schnell davon profitieren. Der Autofahrerklub ÖAMTC kritisiert, dass die Preise für Sprit deutlich langsamer zurückgehen als für Rohöl.

Während OPEC-Öl seit Jahresanfang um 19 Prozent billiger geworden sei, sei der Treibstoff - ohne Steuern - nur um rund drei Prozent günstiger geworden, schreibt der Autofahrerklub in einer Aussendung am Mittwoch. Die Mineralölwirtschaft verweist darauf, dass Rohöl nur einen Teil der Benzinkosten ausmacht.

Die Kosten

Rohöl müsse erst kostenintensiv zu Benzin und Diesel verarbeitet werden, auch die Kosten für Forschung und Vertrieb schwankten nicht mit dem Rohölpreis, meint der Verband der Mineralölwirtschaft (FMVI). Auch ein schwacher Euro könne dazu führen, dass in Dollar berechnete fallende Rohölpreise in Österreich nicht durchschlagen. Genaue Zahlen für den Anteil des Rohöls an den Gesamtkosten für Treibstoff werden aber nicht bekannt gegeben.

Tatsächlich ist er Anteil des Benzinpreisdes, der in die Staatskassen wandert wesentlich größer. So argumentiert der FVMI, dass es sich bei der Mineralösteuer um eine fixe Verbrauchsabgabe handelt, sich der Verbrauch aber nur unwesentlich verändert hat. Bei Diesel zahlen die Autofahrer 39,7 Cent/Liter und bei Benzin 48,2 Cent/Liter. Zusätzlich müssen die Autofahrer noch die Umsatzsteuer bezahlen. Das führt dazu, dass bei Benzin aktuell 61 Prozent und bei Diesel 57 Prozent des Verkaufspreises in den Staatshaushalt wandern. Pro Tankfüllung (60 Liter) bezahlen die Autofahrer somit durchschnittlich rund 40 Euro bei Benzin und 35 Euro bei Diesel an den Staat.

Tankstellenpreise nahezu stabil

So kommt es auch, dass die Österreicher an der Zapfsäule im Schnitt nur 1,5 Cent je Liter weniger als Ende 2015 bezahlen - oder 75 Cent, um einen leeren 50-Liter-Tank aufzufüllen.

Der ÖAMTC rät Konsumenten daher, gezielt die günstigsten Tankstellen in der eigenen Umgebung anzusteuern. Tiefstpreise liegen derzeit für Diesel bei rund 20 Tankstellen unter 0,90 Euro und für Superbenzin bei 0,999 Euro - an einer Tankstelle in ganz Österreich.

Das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft hat gemeinsam mit der E-Control einen Spritpreisrechner (spritpreisrechner.at) entwickelt, um die Autofahrer zu den günstigsten Tankstellen zu lotsen. Den Rechner finden Sie auch untenstehend eingebettet.

Service: Spritpreisrechner

Rohölpreis leicht gestiegen

Nach der jüngsten Talfahrt hat sich der Brent-Ölpreis am Mittwochvormittag wieder etwas erholt. Unterstützung kam von positiv aufgenommenen Außenhandelsdaten aus China. In der Volksrepublik kletterten die Rohölimporte im Dezember auf einen Rekordwert.

Der als wichtige Ölpreisbenchmark geltende Future auf die Rohölsorte Brent notierte gegen 11.00 Uhr in London bei 31,73 Dollar je Barrel (159 Liter), nachdem er am Vortag noch auf ein Zwölfjahrestief abgerutscht war. Zuletzt notierte der Brent-Future am Dienstag bei 30,86 Dollar. Auch der Kurs der US-Ölsorte WTI konnte sich wieder über 31 Dollar vorarbeiten.

Der Preis für OPEC-Öl ist am Dienstag auf 25,76 Dollar pro Barrel gefallen. Am Montag hatte das Barrel nach Angaben des OPEC-Sekretariats in Wien noch 27,07 Dollar gekostet. Der OPEC-Preis setzt sich aus einem Korb von zwölf Sorten zusammen.

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