November-Lockdown bringt neuen Konjunktureinbruch

Der zweite Lockdown hinterlässt eine weitere Scharte in der österreichischen Wirtschaftsbilanz. Das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo rechnet nun für das Gesamtjahr 2020 mit einem BIP-Rückgang von zumindest acht Prozent.

November-Lockdown bringt neuen Konjunktureinbruch

Wirtschaftsprognosen sind im Corona-Jahr 202 mit besonderer Vorsicht zu genießen. Die auf längere Sicht schlecht vorhersehbare pandemische Entwicklung und die jeweils daraus resultierenden Maßnahmen zur Bekämpfung von COVID-19 ließen Wirtschaftsforscher bereits mehrfach Prognosen nach unten revidieren.

Nun ist das wieder der Fall. Der November-Lockwown zieht einen weiteren Wirtschaftsabschwung nach sich und das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo geht nunmehr davon aus, dass Österreichs Wirtschaft im Gesamtjahr 2020 um gut acht Prozent schrumpfen wird. Bis zur letzten Oktoberwoche war das Wifo noch von einem Minus von sieben Prozent ausgegangen.

Schon unter der Annahme dass der am 3. November verhängte Lockdown Light als Schutzmaßnahme ausreicht, die Sicherheitsmaßnahmen am 6. Dezember wieder aufgehoben werden können und es bis Jahresende zu keinen weiteren Einschränkungen kommt, war das Wifo von einem Minus von acht Prozent ausgegangen.

Doppelter Dämpfer

Wifo-Konjunkturexperte Josef Baumgartner

Wifo-Konjunkturexperte Josef Baumgartner

Die seit dem 17. November geltenden schärferen Maßnahmen werden die wirtschaftliche Aktivität jedoch noch stärker einbremsen. Wie stark der Rückgang jedoch ausfallen wird, lasse sich derzeit noch nicht einschätzen. "Die im Risikoszenario in der mittelfristigen Wifo-Prognose dargestellten minus 9,3 Prozent für 2020 werden es aber nicht werden, denn in diesem Szenario wurde ein strenger Lockdown für zehn Wochen bis 10. Jänner 2021 unterstellt", erklärt Wifo-Ökonom Josef Baumgartner.

Betroffen vom neuerlichen Wirtschaftseinbruch im vierten Quartal als Folge des zweiten Lockdowns werden laut Wifo sowohl die Inlandsnachfrage (privater Konsum) als auch die Auslandsnachfrage (insbesondere der Reiseverkehr) sein, da die meisten Handelspartner Österreichs ähnlich restriktive Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie ergriffen hätten. Auf der BIP-Entstehungsseite wirke sich der zweite Lockdown vor allem auf Beherbergung und Gastronomie aus, aber auch auf Handel, Verkehr und sonstige Dienstleistungen, dagegen kaum auf Industrie und Bauwirtschaft.

Weltwirtschaft lässt nach

Auch international wird die Entwicklung mit Sorge und Skepsis beobachtet. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat angesichts der zweiten Corona-Infektionswelle ebenfalls Bedenken gezeigt. Mit härteren Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie könnte die laufende Erholung der Wirtschaftsleistung nach dem Corona-Einbruch im Frühjahr an Schwung verlieren, warnen die IWF-Experten. "Die Unsicherheiten und Risiken sind außergewöhnlich hoch", heißt es in einem neuen Bericht.

Im Verlauf der Krise habe sich die Kursentwicklung an den Finanzmärkten von der realen Wirtschaft abgekoppelt. Darin sehen die Ökonomen eine "potentielle Bedrohung für die Finanzstabilität". Unter anderem hatten die Finanzmärkte in den vergangenen Handelstagen mit zum Teil starken Kursgewinnen auf Fortschritte bei der Entwicklung von Corona-Impfstoffen reagiert.

Der IWF rief Regierungen und Zentralbanken auf, beim Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise nicht nachzulassen. In Europa wird derzeit über ein milliardenschweres Hilfspaket der EU verhandelt, das derzeit von den EU-Staaten Ungarn und Polen blockiert wird. Außerdem gab es zuletzt mehrfach Signale der Europäischen Zentralbank, bei der Zinssitzung im Dezember die Geldpolitik zur Stützung der Wirtschaft noch weiter zu lockern.

Dietrich Mateschitz bei Formel 1 Tests in Jerez, 2015

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