Niedrigzinsen belasten das Raiffeisen-Ergebnis

RBI Vorstandschef Karl Sevelda

RBI Vorstandschef Karl Sevelda

Die Raiffeisenbank International hat im ersten Halbjahr 2016 trotz des Verkaufs der RBI-Anteile an Visa-Europe weniger verdient als in der ersten Jahreshälfte 2015.

Kurz vor der geplanten Fusion der Raiffeisen Bank International (RBI) mit ihrer Mutter, der Raiffeisen Zentralbank (RZB) hat die börsenotierte RBI (ISIN AT0000606306) ihr Halbjahresergebnis veröffentlicht. Vorstandschef Karl Sevelda musste dabei rückläufige Betriebsergebnisse und ein gegenüber dem Vorjahr um 14,8 Prozent geringeres Ergebnis nach Steuern bekanntgeben.

"Unsere Erträge bleiben aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfelds und der Reduktion unseres Kreditvolumens unter Druck", kommentierte Sevelda das Ergebnis, "Erfreulich ist, dass wir im Retail-Geschäft trotz des schwierigen Marktumfelds über unseren Erwartungen abgeschnitten haben."

Im ersten Halbjahr 2016 hat die RBI emsig an der Umsetzung ihresTransformationsprogramms und der Verbesserung der Eigenkapitalquoten gearbeitet. Diese weiter zu verbessern habe höchste Priorität.

Belastend wirkte sich auf die Erträge der Bank das Niedrigzinsumfeld und die Reduktion des Kreditvolumens aus. Erfreulich sei dagegen, dass die Bank im Retail-Geschäft trotz des schwierigen Marktumfelds über den Erwartungen abgeschnitten habe.

Zinsüberschuss um 13 Prozent gesunken

Die Betriebserträge reduzierten sich im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 2,28 Milliarden Euro. Der Zinsüberschuss um 13 Prozent auf € 1,45 Milliarden Euro.

Als Hauptursache für den Rückgang sieht die RBI das anhaltend niedrige Marktzinsniveau in zahlreichen Ländern des Konzerns und die vorhandene Überschussliquidität. Ebenfalls schlagend wurde ein Rückgang bei Zinserträgen aus zu Absicherungszwecken gehaltenen derivativen Finanzinstrumenten, vor allem in Russland. Zusätzlich gab es eine Reduktion der Kreditportfolios in der Konzernzentrale und in Asien.

Bis Ende 2017 strebt die RBI eine CET1 Ratio (fully loaded) von mindestens zwölf Prozent und eine Eigenmittelquote (fully loaded) von mindestens 16 Prozent an. Nach Umsetzung der Anfang 2015 festgelegten strategischen Maßnahmen soll die Kostenbasis rund 20 Prozent unter dem Niveau von 2014 liegen. Die RBI peilt mittelfristig einen Return on Equity vor Steuern von rund 14 Prozent und einen Konzern-Return-on-Equity von rund elf Prozent an. Mittelfristig strebt die Bank eine Cost/Income Ratio von 50 bis 55 Prozent an.

„Der Ausblick bleibt unverändert. Betonen möchte ich, dass die Geschäftsentwicklung in unseren Kernmärkten Zentraleuropa und Südosteuropa im ersten Halbjahr besonders stabil war – die Zahlen zeigen das deutlich. Darüber hinaus gehen wir davon aus, dass wir die Probleme in Asien dieses Jahr voll verarbeiten werden. Die Kombination dieser beiden Faktoren zusammen mit der guten Kapitalentwicklung macht mich beim Blick in die Zukunft optimistisch“, fasst Sevelda zusammen.

Fusions-Fahrplan

Der Plan für die Verschmelzung der RZB mit der RBI ist weiter aufrecht. Die Institute erwarten sich durch die Fusion eine bessere Kapitalisierung der gesamten Kreditinstitutsgruppe RZB, eine erhöhte Transparenz und Vereinfachung der Unternehmensstruktur, die Optimierung der Kapitalplanung und -allokation und vor allem auch eine schnellere Entscheidungsfindung.

Die Zusammenführung der Institute soll an der Börsenotiz der RBI nichts ändern. Eine Go- oder No-go-Entscheidung der entsprechenden Gremien ist für September 2016 geplant. Der Beschluss soll Anfang 2017 in einer außerordentlichen Hauptversammlung abgesegnet werden. Das Closing und die Eintragung in das Firmenbuch sind für das Ende des ersten Quartals 2017 vorgesehen. Für die Beschlussfassung ist dort die Zustimmung von 75 Prozent des anwesenden Grundkapitals erforderlich.

Am Aktienmarkt ging die Präsentation des Halbjahresergebnisses 2016 nahezu spurlos vorüber. Die RBI-Aktie gab in der Folge bis Mittag um 1,49 Prozent leicht an Wert ab. Aktuell notiert das Papier bei 11,585 Euro.


Service: Der Halbjahres-Finanzbericht der RBI zum Download.

Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller: "Diesel-Skandal, ein Weckruf"

Wirtschaft

VW-Konzernchef Müller: "Der Diesel-Skandal war ein Weckruf"

Alfons Mensdorff-Pouilly

Wirtschaft

Tetron-Prozess: Gericht reduziert Strafen für Mensdorff-Pouilly und Fischer

Wirtschaft

Airbnb: Millionengeschäft für professionelle Investoren