344.000 Niedriglohnempfänger trotz Vollzeitbeschäftigung

344.000 Niedriglohnempfänger trotz Vollzeitbeschäftigung

Mehr als 300.000 Menschen in Österreich arbeiten im Niedriglohnsektor.

Trotz Vollzeitbeschäftigung verdienten 2014 in Österreich 344.000 Personen weniger als 1.700 Euro brutto im Monat. Die drei Branchen Handel, Warenherstellung sowie Hotel und Gastgewerbe unterschritten am häufigsten diese Niedriglohngrenze.

Aktuelle Zahlen für 2015 und das erste Quartal 2016 gebe es nicht, erklärte der oö. Arbeiterkammerpräsident Johann Kalliauer. Ziehe man die durchschnittliche Lohnentwicklung von 2 Prozent im Jahr heran, so geht er davon aus, dass der Anteil der Niedriglohnempfänger relativ unverändert geblieben sei. Konkret betrug 2014 der Prozentsatz 15,6 bei den Vollzeitbeschäftigten. Mehr als die Hälfte davon waren Frauen, besonders weit klaffte die Einkommensschere in Salzburg auseinander. Dort verdienten 26,9 Prozent der Frauen mit einem 40-Stunden-Job nicht jene 1.700 Euro, bei den Männern waren es 11,8 Prozent. Als Grund, warum so viele Salzburgerinnen so schlecht entlohnt wurden, nannte der AK-Präsident, dass in dem Bundesland die frauendominierten Branchen Handel und Tourismus besonders stark vertreten seien.

In Wien hingegen fiel der Geschlechterunterschied bei den Niedriglohnempfängern am geringsten aus - 19,6 Prozent Frauen und 14,6 Prozent Männer. Der überproportional hohe Anteil an Beschäftigten im öffentlichen Dienst in der Bundeshauptstadt dürfte dafür verantwortlich sein.

Halbe Million Österreicher sind Niedriglohnempfänger

Die tatsächliche Zahl der Personen, die weniger als 1.700 Euro brutto im Monat erhalten, sei aber weit höher, meinte Kalliauer. Denn die Statistik Austria verfüge nur über die Daten von Personen, die durchgehend das ganze Jahr über in Vollzeit gearbeitet haben. Jene, die etwa Stunden aufstockten oder eine Arbeitsunterbrechung hatten, sind nicht enthalten. Daher schätzte er, dass rund eine halbe Million vollbeschäftigter Österreicher Niedriglohnempfänger seien.

Die Auswertung nahm der AK-Präsident zum Anlass, erneut einen Mindestlohn von 1.700 Euro zu fordern. Durch die Lohnsteuerreform sei bereits der Nettolohn wesentlich gestiegen, jetzt müsse beim Bruttolohn nachgezogen werden. "Sollte die flächendeckende Umsetzung dieser Mindeststandards an den Arbeitgebern scheitern", will Kalliauer einen Generalkollektivvertrag für alle Branchen.

Dass eine Bewegung möglich ist, zeigte sich "in der bis 2014 absolut größten Niedriglohnbranche Handel". 2015 wurden von der Gewerkschaft ein kollektivvertragliches Mindestgehalt von 1.500 Euro erreicht.

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