Neuer Nestle-Chef Mark Schneider unter Druck

Neuer Nestle-Chef Mark Schneider unter Druck

Nestle-Chef Mark Schneider muss nun liefern.

Der neue Nestle-Chef Mark Schneider muss den weltgrößten Nahrungsmittelkonzern möglichst schnell aus der Flaute steuern - sei es durch den Verkauf schlecht laufender Bereiche, große Übernahmen oder ein weiteres Sparprogramm. Am kommenden Diesntag präsentiert Schneider die neue Strategie - ein Spagat zwischen Sparprogramm und Expansion.

Vevey. Die Liste an Veränderungsvorschlägen beim Schweizern Nahrungsmittelkonzern Nestle ist lang. Am Dienstag schlägt die Stunde der Wahrheit, wenn der neue Nestle-CEO Mark Schneider vor Investoren in London seine Pläne präsentiert.

Es ist der erste offizielle Anlass, bei dem der ehemalige Chef des deutschen Gesundheitskonzerns Fresenius gut ein Jahr nach seinem Start bei Nestle das Gesamtbild seiner Strategie enthüllt. Bisher sind daraus nur einzelne Mosaiksteine bekannt. Die Präsentation werde von Investoren "sehnsüchtig erwartet", schrieben die Analysten von Jefferies. "Und das ist noch eine Untertreibung."

Doch was immer Schneider vorhat - er sollte sich möglichst keine Fehler erlauben. Denn zum Kreis der Nestle-Eigentümer zählt auch der aktivistische Investor Third Point, der die Schritte des "Neuen" mit Argusaugen verfolgt. Zu Beginn des Sommers hatte die von Daniel Loeb geführte Investmentfirma mit Forderungen nach einem Aktienrückkauf, höheren Gewinnen und einem teilweisen Firmenumbau für Schlagzeilen gesorgt.

Viele Experten erwarten, dass Schneider sich und dem Konzern ein neues Renditeziel vorgibt. Die Analysten von Citi etwa halten eine Steigerung der operativen Rendite vor Umbaukosten auf 20 Prozent bis 2020 für eine "sehr vernünftige Vorgabe". Andere Experten wiederum gehen eher von 17 bis 19 Prozent aus - nach zuletzt 15,3 Prozent (inklusive Restrukturierungskosten). Mit beidem würde sich Nestle in guter Gesellschaft befinden: Die Konkurrentin Unilever mit Marken wie Knorr oder Dove strebt bis 2020 eine Rendite von 20 Prozent an, der Joghurthersteller Danone über 16 Prozent.

Der Sparplan

Gelingen könnte das bei Nestle über ein weiteres Sparprogramm. Im Frühjahr 2016 hatte der Konzern angekündigt, die Kosten bis 2019/20 um zwei Prozentpunkte zu senken. Dieses Ziel will Schneider jedoch übertreffen, wie er bereits deutlich gemacht hat. Doch zu tiefe Einschnitte könnten sich als kontraproduktiv erweisen, warnten die Experten von Morgan Stanley und Citi. Denn die Sanierung schlecht laufender Bereiche sei kostspielig. Und Nestle müsse weiterhin investieren und sich gegen die wachsende Konkurrenz durch kleinere lokale Anbieter wappnen.

Mit einem neuen Gewinnziel allein dürften sich die Investoren ohnehin nicht zufrieden geben. Sie erhoffen sich von Schneider ein Rezept, um das maue Umsatzwachstum auf Touren zu bringen. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern lediglich ein Plus zwischen zwei und drei Prozent. Das wäre der schwächste Wert seit über einem Jahrzehnt. Grund dafür sind die veränderten Ernährungsgewohnheiten vieler Konsumenten, die zunehmend auf frische Nahrungsmittel setzen. Zudem konnte Nestle zuletzt nicht wie erhofft die Preise anheben. Doch das soll nicht so bleiben: Bis 2020 hat sich Schneider bereits eine Rückkehr zu mittleren einstelligen Wachstumsraten vorgenommen.

Wie radikal der Umbau dafür sein muss, wird sich zeigen. Bisher hat Schneider das Süßigkeitengeschäft in den USA zum Verkauf gestellt und einen bis zu 20 Milliarden Franken schweren Aktienrückkauf angekündigt. "Es gibt keine heiligen Kühe mehr bei Nestle", erklärten die Analysten von Vontobel.

Die Zukäufe

Riesige Zukäufe erwartet Fondsmanager Urs Beck vom Vermögensverwalter EFG International vorerst aber nicht. "Ich würde keine Schnellschüsse erwarten, um nervöse Investoren zu befriedigen", sagte er. Zwar habe Schneider Fresenius mit mehreren wegweisenden Übernahmen ausgebaut. Beim 90-Milliarden-Franken-Konzern Nestle sei das jedoch nicht so einfach. "Nestle braucht andere Größenordnungen, um anders auszusehen", sagte Beck. Im Extremfall könnte Schneider nach Einschätzung der Experten von KeplerCheuvreux bis zu 100 Milliarden Franken für Zukäufe ausgeben.

Offen ist auch die Zukunft der gut 23-prozentigen Beteiligung am französischen Kosmetikkonzern L ́Oreal. Nach dem Tod der Firmenerbin Liliane Bettencourt hat Nestle hier zwar mehr Flexibilität und könnte in etwa sechs Monaten seine Beteiligung aufstocken, wie ein Vertrag mit der Gründerfamilie vorsieht. Analysten erwarten kurzfristig jedoch keine Änderungen. Zuletzt hatte Nestle seine Beteiligung reduziert.

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