Neuer Coca Cola-Chef soll Limonade zum Sprudeln bringen

Neuer Coca Cola-Chef soll Limonade zum Sprudeln bringen

"Der Neue" von Coca Cola Frank O’Donnell soll künftig nicht nur Coke sprudeln lassen.

Der Ire Frank O'Donell hat zum 1. März 2016 die Leitung von Coca Cola Hellenic in Wien übernommen. Er soll besonders die Erlöse aus der Limonaden-Sparte zum Sprudeln bringen. Und Red Bull auf Distanz halten. Im Geschäftsjahr 2014 ist der Gewinn der Wiener Abfüllcompany um fast 60 Prozent geschrumpft. Und auch der Umsatz ging zurück.

Wien. Führungswechsel bei Coca Cola in Wien: Der 48-jährige Ire Frank O’Donnell wird die Leitung der Coca-Cola-Abfülltochter übernehmen. Jozsef Tarsoly (48), der erst im Juni 2013 als Chef von Coca Cola Hellenic Österreich eingesetzt wurde, hat das Unternehmen nach 20 Jahren Konzernkarriere verlassen.

Der neue Generaldirektor von Coca-Cola Hellenic Österreich war zuletzt seit März 2014 für die Tochter des US-Konzerns in Irland als Country Manager tätig. Davor war Frank O’Donnell über vier Jahre für Coca Cola als Commercial Director für die Länder Tschechien und Slowakei zuständig.

Der Ire ist bereits seit 24 Jahren bei Coca Cola. Gestartet hat er seine Karriere im Jahr 1992 mit dem Berufseinstieg als Merchandizer in Irland, wo er sich sukzessive bis zum Verkaufsdirektor hoch gearbeitet hat.

O’Donnell hat künftig in Österreich die Leitung über rund 1.000 Mitarbeiter im Produktionsbetrieb, Verkaufszentren und Auslieferungslagern. Er soll den Vertrieb weiter ankurbeln und das Wachstum befeuern. Und vor allem die Profite wieder sprudeln lassen. Die Zahlen dürften die Konzernleitung kaum überzeugt haben, was offenbar auch zur Ablöse des bisherigen Chefs geführt haben dürfte.

Gewinn um die Hälfte gesunken

Coca-Cola braut seit 1929 seine Zuckerbrause auch in Österreich. Die Geschäfte schienen zuletzt nicht so rund zu laufen, wie man sich das freilich in den Headquartern des Brause- und Mineralwasserherstellers vorstellt. Die vorläufig letzte Bilanz aus dem Jahr 2014 zeigt auf, dass die Geschäfte alles andere als rund laufen.

Die österreichische Abfülltochter ist in zwei Gesellschaften organisiert. Die Coca-Cola Hellenic Procurement GmbH hat einen Umsatzrückgang von 10,3 Prozent auf 755,5 Millionen Euro in den Büchern. Laut Firmen-Compass ist der Gewinn im selben Jahr um satte 58,5 Prozent auf 33,1 Millionen Euro gesunken. Interessantes Detail am Rande: Die Steuerzahlungen des Konzerns ("Steuern vom Einkommen und Ertrag") wurden laut Gewinn- und Verlustrechnung von rund 1,4 Millionen Euro auf rund 91.000 Euro quasi steuerschonend gesenkt. Diese Coca-Cola-Tochter befasst sich ausschließlich mit der Produktion und Logistik, unter anderem mit dem Zukauf von Rohstoffen.

Minus im Verkauf und Marketing

Die zweite Tochter des US-Getränkekonzerns tritt umsatzmäßig auf der Stelle: Coca Cola HBC Austria - für den Verkauf und das Marketing zuständig, verliert seit 2013 beim Umsatz. Nach 336 Millionen Euro in 2013 wurden 2014 335,4 Millionen Euro verbucht. Im Jahr 2015 waren es noch etwas weniger: 333,2 Millionen Euro waren es laut Coca Cola im Vorjahr.

Und auch beim Gewinn haben die Quellen des US-Brauseherstellers nicht mehr richtig gesprudelt. Nach einem Gewinn (EGT) von 2,9 Millionen Euro im Jahr 2013 drehte das Ergebnis in die Roten Zahlen. Im Jahr 2014 wurde ein Verlust in Höhe 1,7 Millionen Euro eingefahren. Für 2015 mit Ausnahme der Erlöse das Ergebnis noch nicht bestimmt, heißt es auf Anfrage von trend.at.

Neue Kräfte gegen Bullen-Brausen

Der US-Konzern braut in Österreich Coca-Cola, Coca-Cola light, Coke zero, das kürzlich eingeführte Coca-Cola life sowie Fanta, Sprite, Cappy, Nestea, Römerquelle und den Energietrunk Monster.

Vor allem im Bereich Energy Drink hat Coca Cola gegen den Salzburger Dosen-Energy-Drinkhersteller Red Bull zu kämpfen, wie Insider trend.at berichten. Aber auch im Premium Produkt Coca Cola werden die Ambitionen von Red Bull, das mit seinem eigenen Kola-Kracherl reüssieren will, genau verfolgt."und bekämpft", wie Insider sagen. "Der Wettbewerb gegen Red Bull ist klar im Fokus." Der Aufstieg von Red Bull soll vom Urgestein der Limonadenindustrie Coca Cola lange Zeit unterschätzt worden sein.

Der österreichische Abfüller Coca-Cola Hellenic Österreich ist ein Tochterunternehmen der Coca-Cola Hellenic Bottling Company AG mit Sitz in der Schweiz. Von Österreich aus werden Produktions- und Distributionszentren in 28 Ländern versorgt. Die Abfüll-Mutter notiert an der Börse in London mit Zweitlistung in Athen. Coca-Cola Hellenic ist im Dow Jones Sustainability Index und im FTSE4Good Index gelistet.

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