Neuer Chef will AUA schnell rentabel und "sexy" machen

Chefwechsel bei der AUA: Kay Kratky übergibt das Kommando an Alexis von Hoensbroech. Der Astrophysiker will mit der österreichischen Lufthansa-Tochter hoch hinaus. Sein Credo: "Erfolg macht sexy."

Neuer Chef will AUA schnell rentabel und "sexy" machen

Der neue AUA-Chef Alexis von Hoensbroech (li.) übernimmt das Höhenmeter von Kay Kratky.

Schwechat: Der scheidende CEO der heimischen Austrian Airlines, Kay Kratky, übergab am Dienstag das symbolische Höhenmeter an den neuen Chef, Alexis von Hoensbroech. Dieser übernimmt ab morgen das Steuer und will vor allem eines: den Gewinn der AUA so schnell wie möglich in die Höhe bringen.

"Die AUA ist eine Fluggesellschaft im Steigflug", meinte der studierte Astrophysiker Hoensbroech bei der Halbjahrespressekonferenz am Dienstag. Diese Dynamik werde sich fortsetzen lassen, auch wenn es zur "einen oder anderen Turbulenz kommen kann."

Im Rendite-Himmel der Lufthansa fliegt die AUA ziemlich tief, alle anderen Schwesterunternehmen seien profitabler. Um die rot-weiß-rote Fluggesellschaft auf Kurs zu bringen und "investitionsfähig" zu machen, habe er die "eine oder andere Idee". Hoensbroech, der bisher Vorstandsmitglied und CCO bei der Lufthansa Cargo war, hat vorerst einen Dreijahresvertrag unterschrieben, er werde wahrscheinlich vier bis fünf Jahre bleiben, sagte er.

Ein geschärftes, strategisches Konzept soll es bis Jahresende geben. Bis dahin will der fünffache Vater, der einst in die Integration der AUA in den Lufthansa-Konzern eingebunden war, "das Unternehmen und die Mitarbeiter kennenlernen." Ob in neue Flieger investiert wird, hänge von der Leistung der AUA ab: "Erfolg macht sexy", so Hoensbroech.

Das große Gerangel unter den Billigfliegern am Standort Wien werde man vorübergehend natürlich spüren, die AUA lasse sich dadurch aber nicht verunsichern. Die Marke Austrian Airlines sei sehr stark und "wir hoffen, diesen Wettbewerb überstehen zu können."

Kratky geht nach drei Jahren mit "sehr befriedigenden Zahlen" von Bord. Die Buchungszahlen für die kommenden Monate seien sehr vielversprechend. Positiv werde sich die Überarbeitung des Streckennetzes auswirken, zudem wurden die neue "Premium Economy"-Klasse eingeführt und fünf Lounges in Wien erneuert.


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Der Neue und der Alte

Der scheidende CEO der heimischen Austrian Airlines, Kay Kratky (re.), übergab am 31. Juli 2018 das symbolische Höhenmeter an den neuen Chef, Alexis von Hoensbroech. Kratky geht in Pension.

Vom Tiefflug in den Steigflug

Die Rendite dürfte bei der AUA noch nicht stimmen. Der studierte Astrophysiker Hoensbroech will die AUA "rentabler" und somit auch "innovationsfähiger" machen. Die Ziele sind ambitioniert - das Credo des neuen AUA-Chefs: "Erfolg macht sexy."


"Wir haben die Auslastung deutlich gesteigert", sagte CFO Wolfgang Jani zum ersten Halbjahr. 2018 soll der Gewinn aber geringer ausfallen als im Vorjahr. Die Erlöse legten im ersten Halbjahr bereinigt um 4 Prozent zu, während die Kosten um knapp 5 Prozent anstiegen. Das liege zum einen an höheren Treibstoffkosten: Teureres Kerosin werde heuer mit 30 Mio. Euro mehr zu Buche schlagen. Auch die Personalkosten kletterten in die Höhe, 2018 wurden bisher 400 neue Mitarbeiter an Bord geholt. Zudem mussten viele Flüge wegen Schlechtwetter, Luftraumbeschränkungen und Betriebsversammlungen gestrichen werden.

Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug im ersten Halbjahr eine Mio. Euro, im Vorjahr waren es noch 8 Mio. Euro. Das für die AUA im Mittelpunkt stehende angepasste Betriebsergebnis (Adjusted EBIT ohne Bewertungsgewinne aus Flugzeugverkäufen) war mit drei Mio. Euro im Minus, nach einem Plus von drei Mio. Euro in der Vorjahresperiode.

Die Zahl der Passagiere legte im ersten Halbjahr um 10 Prozent auf 6,4 Millionen zu, die Auslastung stieg um 2,3 Prozentpunkte auf 75,8 Prozent. Mit den im Schnitt 14 Jahre alten Maschinen wurden 72.009 Flüge durchgeführt, die Regelmäßigkeit lag in den ersten sechs Monaten bei 98,1 Prozent, die Abflugspünktlichkeit betrug 80,2 Prozent. Der Personalstand belief sich Ende Juni auf 7.118 Mitarbeiter - man sei auch weiterhin auf der Suche nach Piloten und Kabinenpersonal, hieß es.

Kratky, der seinem Nachfolger "always blue skies" wünschte, plädierte an seinem letzten Tag an der AUA-Spitze mehrmals für einen Single European Sky, also eine gemeinsame Luftraumüberwachung, die das Chaos im europäischen Luftraum lindern würde. Das sei ein Thema, das in den Vorjahren nicht ernst genug angegangen wurde, kritisierte Kratky und forderte alle Beteiligten auf, schnell zu handeln.

SERGEI GURIEV, ÖKONOM

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