Opel-Chef Karl-Thomas Neumann ist zurückgetreten

Nach der Übernahme durch den französischen PSA-Konzern weht bei dem deutschen Autohersteller ein anderer Wind. Opel-Chef Karl-Thomas Neumann ist zurückgetreten, ihm folgt Michael Lohscheller. PSA-Chef Carlos Tavares fordert von Opel erneut bis spätestens 2020 Gewinne und einen entsprechenden Plan des Managements.

Kommen und gehen bei Opel: Karl-Thomas Neumann (li) macht Platz für seinen Nachfolger Michael Lohscheller.

Kommen und gehen bei Opel: Karl-Thomas Neumann (li) macht Platz für seinen Nachfolger Michael Lohscheller.

Beim deutschen Autohersteller Opel mit Sitz in Rüsselsheim weht nach der Übernahme durch den französichen PSA-Konzern ein neuer Wind. Mitten im Eigentümerwechsel verliert Opel nun seinen Chef Karl-Thomas Neumann. Der 56-jährige Manager gab seinen Rücktritt als Vorsitzender der Geschäftsführung per Twitter selbst bekannt.

Neumann auch gleich seinen Nachfolger: Michael Lohscheller, der bisherige Opel-Finanzchef folgt dem Manager nach. "Glückwunsch, Michael Lohscheller!", schrieb er. Mit Ihnen bekommt Opel einen CEO, der das Unternehmen genau kennt. Das ist die gute Nachricht des Tages!

Neumann, der Opel seit 2013 geleitet hatte, wird noch bis zum Abschluss des Verkaufs an der Spitze Opels bleiben. Das Closing wird im Herbst, spätestens gegen Jahresende erwartet. Der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) zufolge hatte Neumann Bedenken über die Zukunft Opels unter der PSA-Führung. Er hatte den Zusammenschluss von Opel und PSA zwar als strategisch richtig gesehen, allerdings Sorge, ob die Franzosen die einschneidende Wirkung der Elektromobilität richtig erkennen

Unter Neumann wurde das Image der früher als angestaubt geltenden Marke Opel aufgeladen und die Verkaufszahlen gesteigert. Sein Ziel, Opel dauerhaft zurück in die schwarzen Zahlen zu bringen, erreichte er jedoch nicht. Neumann führte das vor allem auf widrige äußere Umstände wie die Russland-Krise, die Opel zum Rückzug aus diesem Markt veranlasste, oder dem Brexit zurück. Das Votum der Briten für einen Ausstieg aus der Europäischen Union hatte der britischen Schwestermarke Vauxhall erhebliche Wechselkursverluste beschwert.

Option: Volkswagen

Berichten zufolge könnte Neumann wieder bei seinem früheren Arbeitgeber Volkswagen andocken, wo er unter anderem für die Elektromobilität zuständig war und später Chef des wichtigen China-Geschäfts wurde. Im Volkswagen-Konzern könnte er nun etwa den dort in der Abgas-Affäre zuletzt unter Druck geratenen Audi-Chef Rupert Stadler ablösen.

Stadler hat Insidern zufolge nur unter der Bedingung eine Vertragsverlängerung erhalten, dass er vorzeitig von seinem Amt abtritt. Sein Vertrag wurde im Mai bis Ende 2022 verlängert. Seitdem sind aber neue Vorwürfe aufgetaucht. Das deutsche Bundesverkehrsministerium warf der VW-Tochter vor, in etwa 24.000 Oberklassewagen der Typen A7 und A8 eine illegale Software eingesetzt zu haben. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat deswegen ihre Ermittlungen ausgeweitet.

Opel erklärte, mit dem Wechsel zu Lohscheller werde im Geschäft Kontinuität und ein nahtloser Übergang des Unternehmens an PSA gesichert. Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug begrüßte, dass mit Lohscheller ein Nachfolger aus der bisherigen Führungsriege gefunden wurde. "Wir werden den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen und als Teil der PSA-Gruppe weiter an Schlagkraft gewinnen", erklärte Lohscheller. Schließlich entstehe zusammen mit PSA ein europäischer Champion


Das Einzige, was Mitarbeiter schützt, ist Gewinn.

Carlos Tavares, CEO PSA

PSA-Chef Carlos Tavares bekräftigte in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" seine Vorgabe, dass Opel spätestens 2020 Gewinn machen muss und forderte vom Management binnen 100 Tagen nach dem Vollzug der Übernahme einen Plan, wie das Unternehmen in die Gewinnzone kommen kann.

Tavares betonte weiter, beim Neustart auf die vorhandene Mannschaft zu setzen. "Es sind alle Führungskräfte eingeladen, mit mir den Weg zu gehen. Sie müssen nur wissen, dass es so wie bisher nicht bleiben kann" erklärte Tavares. Beschäftigungsgarantien für die rund 38.000 Opel-Mitarbeiter über die bis 2018 laufenden Tarifverträge hinaus lehnte er ab: "Da muss man offen und ehrlich sein: Das Einzige, was Mitarbeiter schützt, ist Gewinn." Opel soll jedenfalls so deutsch wie möglich bleiben, um sich mit den anderen Marken zu ergänzen. Einsparmöglichkeiten sieht Tavares vor allem im Einkauf, beim Vertrieb und im Export.

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