Nach der Übernahme: Peugeot krempelt Opel-Management um

Nach der Übernahme: Peugeot krempelt Opel-Management um

Der im März besiegelte Verkauf des deutschen Autoherstellers Opel an PSA-Peugeot-Citroen ist abgeschlossen. PSA schickt neue Manager in die Opel-Geschäftsleitung: Remi Girardon wird Produktionschef, Philippe de Rovira Finanzchef und Michelle Wen Einkaufschefin.

Die Zeit läuft für den neuen Opel-Chef Michael Lohscheller, der Mitte Juni seinen Vorgänger Karl-Thomas Neumann abgelöst hat. 100 Tage ab jetzt hat der Manager Zeit, um dem neuen Eigentümer des deutschen Automobilherstellers - dem französischen PSA-Konzern (Peugeot, Citroen) ein Konzept vorzulegen, wie Opel zurück in die Gewinnzone kommen kann.

Beileibe keine leichte Aufgabe für Lohscheller, der zuvor Finanzchef bei Opel war: Seit 1999, also ganze 18 Jahre lang, hat Opel keinen Gewinn mehr gemacht. Doch die Franzosen, die mit 1. August den Abschluss der Übernahme von Opel und der britischen Schwester Vauxhall bekannt gegeben haben, drücken aufs Tempo: Schon im Jahr 2020 soll Opel wieder profitabel sein und zwei Prozent Gewinn abwerfen. Bis 2026 soll die Rendite auf sechs Prozent steigen. Damit soll Opel in den kommenden Jahren an das Niveau der Franzosen herangeführt werden, die zuletzt mit einer Rekordrendite von 7,3 Prozent glänzten.

Als Folge des Zusammenschlusses beginnt PSA nun auch, die Führung von Opel umzukrempeln. Drei Franzosen werden in die Opel-Geschäftsleitung entsandt: Remi Girardon wird neuer Produktionschef und Philippe de Rovira Finanzchef; als Nachfolger von Lohscheller. Neue Einkaufschefin wird Michelle Wen, die von Vodafone zu Opel kommt. Die einzige interne Neubesetzung ist die des Entwicklungschefs. Der neue Leiter der Entwicklung ist Christian Müller, der seit 21 Jahren bei Opel arbeitet.

Zielvorgaben aus Paris

"Wir haben uns selbst das klare Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 wieder profitabel zu sein, werden Opel und Vauxhall auf dem Weg in die Profitabilität unterstützen und wollen gemeinsam neue Maßstäbe in unserer Industrie setzen", erklärte sagte PSA-Chef Carlos Tavares. Der Portugiese an der Spitze des PSA-Konzerns bekräftigte auch erneut, dass Opel eine deutsche Marke bleiben soll.

Die Arbeitnehmervertretung begrüßte den Abschluss der Übernahme. "Je kürzer die Übergangsphase, desto besser ist das für das Unternehmen und die Beschäftigten", erklärte Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug. Aus Sicht der Arbeitnehmer sei der Erhalt der Mitbestimmung besonders wichtig.

PSA und Opel arbeiten bereits seit 2012 zusammen. Jüngster Spross aus der Kooperation ist der Stadt-SUV Crossland. Im Herbst soll der größere Grandland folgen. Gemeinsam kämen die beiden Unternehmen bis 2022 Experten zufolge auf einen kombinierten Absatz von rund fünf Millionen im Jahr. Weltweit wäre PSA/Opel damit jedoch nur etwa halb so groß wie die führenden Konzerne Volkswagen, Toyota und GM.

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