Nach vier schwachen Jahren: Konjunkturbelebung

Nach vier schwachen Jahren wächst Österreichs Wirtschaft wieder und nähert sich Niveau von Deutschland. Dennoch: Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat ihre Prognosen revidiert. Die Steuerreform und Flüchtlingsausgaben tragen jedoch zum BIP-Wachstum bei. Die Rekordarbeitslosigkeit soll erst 2018 leicht sinken. Auch die Schulden werden sinken.

Nach vier schwachen Jahren: Konjunkturbelebung
Nach vier schwachen Jahren: Konjunkturbelebung

Nachgerechnet: OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny hat die Prognose nach unten korrigiert.

Nach Jahren mit schwachem Wachstum kommt die Konjunktur in Österreich wieder in Schwung. „Die Konjunktur zieht nun endlich an“, sagt OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny. Die Wachstumsquote überspringt im Vergleich zu den vergangenen vier Jahre wieder die Ein-Prozent-Hürde. Laut Nowotny liege Österreich nun wieder gleichauf mit dem Euroraum und Deutschland. Das Brutto-Inlandsprodukt wird heuer um 1,6 Prozent zulegen. Die Steuerreform und Flüchtlingsausgaben wirken laut OeNB positiv auf das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Die defizitfinanzierten Ausgaben für Flüchtlinge wurden im Vergleich zur Dezemberprognose jedoch nach unten korrigiert.

Für die Jahre 2017 und 2018 senkt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) jedoch ihre Prognose. Für die Wirtschaft wird dann jeweils ein Wachstum von 1,5 Prozent erwartet.

Dennoch wächst die Wirtschaft langsmaer als von der OeNB prognostiziert. Im Vergleich zur letzten gesamtwirtschaftlichen Prognose vom Dezember 2015 revidiert die OeNB ihre Wachstumseinschätzung für die Jahre 2016 und 2017 um jeweils 0,3 Prozentpunkte nach unten.

Die Inflation gemäß Harmonisiertem Verbraucherpreisindex (HVPI) wird 2016 aufgrund der niedrigen Erdöl- und Rohstoffpreise bei 1,0 % liegen, in weiterer Folge aber auf 1,7 und 1,9 Prozent steigen. Die niedrige Inflation wird laut OeNB dazu beitragen, dass das real verfügbare Haushaltseinkommen deutlich wachsen wird. Dementsprechend wird auch ein Anstieg des privaten Konsums und auch der Sparquote erwartet.

Doris Ritzberger- Grünwald, Direktorin der Hauptabteilung für Volkswirtschaft, stellt die Erwartungen der vorliegenden gesamtwirtschaftlichen Prognose der OeNB vor.

Das Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen hat sich bereits im Jahresverlauf 2015 beschleunigt, deren Zyklus läuft dem Konjunkturzyklus voraus. Im Jahr 2015 überschritten die Ausrüstungsinvestitionen wieder das Niveau des Jahres 2008.

Im Gegensatz dazu liegen die Wohnbau- und vor allem die Tiefbauinvestitionen nach wie vor unter dem Vorkrisenniveau. Aufgrund der angekündigten Wohnbauinitiative sollten sich auch die Wohnbauinvestitionen in den Jahren 2017 und 2018 beschleunigen, während die Ausrüstungsinvestitionen nur mehr moderat ansteigen werden.

Angesichts der sehr gemäßigten internationalen Entwicklung – die Prognose für das Jahr 2016 fällt mit einem Zuwachs von unter 3,0 Prozent unterdurchschnittlich aus – wird der Wachstumsbeitrag der Nettoexporte heuer negativ ausfallen. Durch den hohen Importgehalt der Investitionen und des privaten Konsums übertrifft heuer das Importwachstum jenes des Exports.

Mit dem Auslaufen der konjunkturellen Sondereffekte und dem langsam ausklingenden Investitionszyklus wird sich das Importwachstum 2017 abschwächen, während sich das Exportwachstum bis 2018 beschleunigt. Somit liefern die Nettoexporte in den Jahren 2017 und 2018 einen positiven Beitrag zum BIP-Wachstum. Da die Dynamik der heimischen Exporte aber hinter dem Wachstum der österreichischen Exportmärkte zurückbleibt, kommt es zu geringen Marktanteilsverlusten.

Das Problem Arbeitslosigkeit

Die Wirtschaft wächst aber weiterhin noch nicht so stark, um die Arbeitslosigkeit in den kommenden beiden Jahren zu senken.

"Einerseits steigt die Beschäftigung, andererseits auch die Arbeitslosigkeit", so Nowotny im Ö1-Mittagsjournal. "Das Wachstum ist nicht genug, um den Zuwachs am Arbeitsmarkt voll abzudecken."

Die Rekordarbeitslosigkeit wird trotz des höheren Wirtschaftswachstums laut OeNB-Prognose nicht sinken. 2016 und 2017 soll die Arbeitslosenquote nach internationaler Definition auf 6,0 bzw. 6,1 Prozent steigen. Erst 2018 soll die Arbeitslosenrate leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 6 Prozent sinken. Die steigende Erwerbsbeteiligung von anerkannten Asylwerben und Migranten sowie Frauen und älteren Beschäftigten erhöht das Arbeitskräfteangebot.

Für 2016 rechnet die OeNB mit einer Inflationsrate von 1 Prozent und für 2017 mit einem deutlichen Anstieg auf 1,7 Prozent und 2018 auf 1,9 Prozent . Die seit kurzem wieder steigenden Ölpreise werden sich ab der zweiten Hälfte des Jahres deutlich auf die Teuerung auswirken.

Die Notenbanker erwarten heuer ein Budgetsaldo von minus 1,8 Prozent und einen Schuldenstand von 84,5 Prozent des BIP und 2017 ein Budgetdefizit von 1,5 Prozent bei einer Staatsschuldenquote von 82,8 Prozent.

Der gesamtstaatliche Budgetsaldo wird sich im Jahr 2016 auf –1,8 % des BIP verschlechtern, sich jedoch bis 2018 wieder auf –1,1 % des BIP verbessern. Die öffentliche Schuldenquote kehrt ihren Entwicklungstrend um und geht bis 2018 auf 80,9 Prozent des BIP zurück - von 86,2 Prozent im Jahr 2015 über 85,5 Porzent und 82,9 Porzent in 2016 bzw. 2017.

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