Musikmarkt schrumpft, Vinyl und Streaming wachsen kräftig

Musikmarkt schrumpft, Vinyl und Streaming wachsen kräftig

Schallplatten verkaufen sich in Österreich nach wie vor gut: Der Umsatz legte um 30 Prozent zu.

Trotz der zahlreichen Möglichkeiten, Musik digital zu konsumieren, machen physischen Tonträger den größten Anteil am heimischen Musikmarkt aus. Ein Verkaufsschlager sind abermals Schallplatten mit einem Plus von 30 Prozent, Streamingdienste legen um 26 Prozent zu. Der Gesamtumsatz in Österreich sank hingegen um 1,5 Prozent auf 143,3 Millionen Euro.

Wien. Der österreichische Musikmarkt ist auch im Vorjahr geschrumpft - und zwar um 1,5 Prozent auf 143,3 Mio. Euro Umsatz. Die Streamingdienste boomen dagegen weiterhin und legten um 26 Prozent auf 11,2 Mio. Euro zu. Ähnliches gilt für die Vinyl-Verkäufe, die ein Umsatzplus von 30 Prozent auf 5,2 Mio. Euro verzeichneten, wie der Verband der österreichischen Musikwirtschaft IFPI mitteilte.

So zeichnen die Streamingdienste wie Spotify, iTunes Music oder Napster für knapp 40 Prozent der Umsätze im Digitalbereich verantwortlich, der auf insgesamt 31,4 Mio. Euro kam, was einem Plus von 4 Prozent entsprach. Der Download ganzer Alben blieb mit 11,9 Mio. Euro nahezu konstant, während derjenige einzelner Songs rückläufig war - um rund 9 Prozent auf 7,8 Mio. Euro. Hinzu kam rund eine halbe Mio. Euro Umsatz durch Handy-Klingeltöne.

Vinyl-Boom hält an

Vinyl-Schallplatten bleiben im Aufschwung, wenn auch auf niedrigem Niveau, ist der Gesamtumsatz mit 5,2 Mio. Euro doch nach wie vor bescheiden, wenn man ihn mit der CD vergleicht, die auf 68,5 Mio. Euro Umsatz kam - was allerdings einem Minus von 6,8 Prozent gegenüber 2014 entspricht.

Summiert man alle physischen Tonträger, kommt man auf einen Gesamtumsatz von 80,6 Mio. Euro, was ungeachtet eines Minus von 4,4 Prozent international immer noch einen hohen Wert darstellt. Hinzu kommen Lizenzeinnahmen über die Verwertungsgesellschaft LSG (23,3 Mio. Euro) oder der Umsatz mit Merchandisingprodukten (8 Mio. Euro).

Mit Blick auf die einzelnen Künstler erwies sich 2015 als äußerst erfolgreiches Jahr für die österreichische Musiklandschaft. 34 heimische Alben schafften es unter die Top 100, was einer Steigerung der Chartplatzierung um 40 Prozent entspricht und die höchste Zahl österreichischer Alben seit Bestehen der Verkaufscharts 1989 in den Top 100 bedeutete.

Unter den Top-10-Alben des heurigen Jahres fanden sich mit dem Duo Seiler und Speer ("Ham Kummst"), Wanda ("Amore" und "Bussi") sowie Andreas Gabalier ("Mountain Man") gleich vier österreichische Produktionen. Der absolute Topseller war 2015 allerdings Helene Fischer, die mit "Weihnachten" und "Farbenspiel" die beiden vorderen Plätze der Album-Jahrescharts belegt, gefolgt von Adele ("25").

"Der Turnaround am österreichischen Musikmarkt ist nahe", zeigte sich Franz Medwenitsch, Geschäftsführer des Verbands der österreichischen Musikwirtschaft, angesichts der Gesamtlage optimistisch. Und auch Präsident Hannes Eder unterstrich in der Aussendung: "2015 war ein außergewöhnlich erfolgreiches Jahr für Musik aus Österreich: nie da gewesene Dichte erfolgreicher Alben, gleich mehrere heimische Acts erstmals auf den vordersten Plätzen der Charts und obendrein einen wahren Österreich-Hype im gesamten deutschsprachigen Raum."

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