Monsanto-Übernahme durch Bayer ist perfekt

Werner Baumann (links), Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG, und Hugh Grant, Chairman und CEO von Monsanto: Shakehands nach Abschluss der Verhandlungen

Werner Baumann (links), Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG, und Hugh Grant, Chairman und CEO von Monsanto: Shakehands nach Abschluss der Verhandlungen

Der monatelange Verhandlungspoker ist zu Ende. Der deutsche Pharmakonzern Bayer übernimmt den US-Chemiekonzern Monsanto. Die beiden Unternehmen haben eine bindende Fusionsvereinbarung unterzeichnet. Bayer zahlt dafür 66 Milliarden Dollar oder 128 Dollar pro Aktie.

Der Übernahmepoker um den US-Agrarchemiekonzern Monsanto ist geschlagen. Monsanto (US61166W1018) hat verbindlich einer Fusion mit dem deutschen Pharma- und Chemiekonzern zugestimmt. Bayer zahlt dafür 128 Dollar je Monsanto-Aktie in bar. Der Verwaltungsrat von Monsanto sowie der Vorstand und der Aufsichtsrat von Bayer haben die Einigung einstimmig beschlossen. Gemessen am Schlusskurs der Monsanto-Aktie am 9. Mai 2016, dem Tag vor dem ersten schriftlichen Angebot von Bayer (DE000BAY0017), enthält das Angebot eine Prämie von 44 Prozent auf den damaligen Kurs.

Werner Baumann, Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG, und Hugh Grant, Chairman und CEO von Monsanto sprechen über die Einigung zur Übernahme von Monsanto durch Bayer

Bayer will die Finanzierung der Transaktion durch eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital stemmen. Der Eigenkapitalanteil von rund 19 Milliarden US-Dollar wird voraussichtlich durch eine Bezugsrechtskapitalerhöhung und Pflichtwandelanleihen finanziert. Die Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar wurde von BofA Merrill Lynch, Credit Suisse, Goldman Sachs, HSBC und JP Morgan garantiert.

Das Unternehmen geht davon aus, dass der hohe Cashflow des zusammengeführten Geschäfts das Finanzprofil von Bayer verbessern wird. Bayer strebt ein Investment-Grade-Rating nach Vollzug der Transaktion an. Das langfristige Ziel eines Kreditratings der „A“-Kategorie bleibt unverändert.

Aussichtsreich konfliktreich

Die Transaktion bringt zwei unterschiedliche, aber sich in hohem Maß ergänzende Geschäfte zusammen. Die Vision ist, dass das fusionierte Unternehmen einerseits von Monsantos führenden Positionen in den Bereichen Saatgut und Pflanzeneigenschaften sowie Digitaler Landwirtschaft (Climate Corporation) profitiert. Auf der anderen Seite stehen Indikationen und Kulturen im Pflanzenschutz-Portfolio von Bayer.

Monsantos Position in der Agrarwirtschaft wird als große Chance gesehen. Beide Unternehmen erzielten im Kalenderjahr 2015 zusammengerechnet pro-forma einen Umsatz von 23 Milliarden Euro im Agrargeschäft.

Die Deutschen kaufen mit Monsanto allerdings auch ein von Umweltschützern heftig kritisiertes Unternehmen ein. Unter anderem, weil der Wirkstoff Gyphosat, der im Pflanzenschutzmittel "Roundup" Monsantos wichtigster Umsatzbringer ist, im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Anfang Juni hatte Monsanto gerade noch im letzten Anlauf die EU-Zulassung dafür erhalten.

Der Hauptsitz der weltweiten Saatgutsparte des gemeinsamen Unternehmens sowie die Nordamerika-Zentrale des Crop-Science-Geschäfts sollen in St. Louis, Missouri, USA, angesiedelt sein. Der weltweite Bereich Pflanzenschutz sowie die Division Crop Science insgesamt werden aus Monheim, Deutschland, geführt.

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