Milliardenbetrüger Bernie Madoff im Gefängnis gestorben

Der frühere Starinvestor Bernard "Bernie" Madoff, der 2008 am Höhepunkt der Finanzkrise wegen Milliardenbetrugs festgenommen und zu 150 Jahren Haft verurteilt wurde, ist im Alter von 82 Jahren im Gefängnis gestorben.

Bernard Madoff bei seinem Prozess im Juni 2009

Bernard Madoff bei seinem Prozess im Juni 2009

Mit einem Schaden von geschätzt bis zu 65 Milliarden Dollar ist der Fall Madoff der größte Finanzbetrug aller Zeiten. Bernard Madoff, der Miterfinder und ehemalige Chef der US-Technologiebörse Nasdaq, versenkte bei seinem zum Höhepunkt der Finanzkrise im Jahr 2008 aufgeflogenen Tricksereien mit seinem extrem kleinen Team mit nur einer Sekretärin und einem Buchhalter die Milliarden auf den Cayman Islands. Einer Inselgruppe, die zwar nur 262 Quadratkilometer umfasst und von rund 50.000 Menschen bevölkert wird, aber 75 Prozent aller Hedgefonds beherbergt.

Nun ist der Milliardenbetrüger tot. Er wurde im Dezember 2008 festgenommen und im Juni 2009 zu 150 Jahren Haft verurteilt. Seither saß Madoff in einem Bundesgefängnis in North Carolina, in dem er nun im Alter von 82 Jahren gestorben ist.

Madoff gilt als Mastermind des Finanzschwindels historischer Dimension. Er hatte sich 2009 in elf Anklagepunkten schuldig bekannt, darunter Betrug und Geldwäsche. Er hatte Investoren über Jahrzehnte vermeintliche Traumgewinne durch Geld neuer Anleger vorgetäuscht. Als der Schwindel in der Finanzkrise aufflog, verloren viele ihre ganzen Ersparnisse. Im Prozess gestand Madoff, die ihm anvertrauten Summen niemals angelegt zu haben.

Geschädigte in aller Welt

Die Liste der Verlierer ist ebenso lang wie prominent. Bei der spanischen Santander-Bank fehlten plötzlich 2,33 Milliarden Euro, die britische HSBC-Bank hatte rund eine Milliarde Dollar investiert. Auch in Österreich gab es Madoff-Opfer. Ab 2009 gab es im Madoff-Zusammenhang Ermittlungen rund um die frühere Wiener Bank Medici und deren Ex-Miteigentümerin Bank Austria. Die Bank verwaltete Fonds, über die Geld an Madoff floss. Laut Nationalbank verloren die Anleger hierzulande 350 Millionen Euro.

Die Familie von Sonja Kohn, Gründerin der mittlerweile nicht mehr existenten Bank Medici in Wien, verlor beim US-Milliardenbetrüger Bernard Madoff 11,5 Millionen Dollar. Die schwer von der Betrugsaffäre getroffene frühere Bank Medici war 1984 von der Bankerin Kohn gegründet worden. Die Investmentbankerin galt als brillante Netzwerkerin, die Madoff laut "Financial Times" bereits in den 1980er-Jahren kennengelernt haben soll. Das Hauptgeschäft machte die Privatbank auch mit Fonds - mutmaßlich mehr als 3 Milliarden Dollar wurden bei Madoff investiert. Bank Austria und Bank Medici zahlten schlussendlich 500 Millionen Dollar in den Madoff-Masse-Topf ein.

Madoff hatte im Februar 2020 in einem Interview mit der "Washington Post" geklagt, sterbenskrank zu sein und in der Corona-Pandemie einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt, dem jedoch nicht stattgegeben worden war. Sein Anwalt erklärte damals, Madoff leide an einer tödlichen Nierenkrankheit und habe wahrscheinlich nur noch weniger als 18 Monate zu leben.

Ökonomen heben die Inflationsprognose für den Euroraum wieder an

Die Inflationsprognosen für den Euroraum für das Jahr 2023 wurden wieder …

Georg Knill, Präsident Industriellenvereinigung (IV)
Massiver Fachkräfte- und Arbeitkräftemangel in der Industrie

Die Industriellenvereinigung (IV) schlägt Alarm. Der massive Fach- und …

Patricia Neumann, Generaldirektorin IBM Österreich
Patricia Neumann wird Vorstandsvorsitzende von Siemens Österreich

Die IBM Österreich Aufsichtsratschefin Patricia Neumann folgt Wolfgang …

Öl- und Gaspreishoch bescheren der OMV Milliardengewinne

Der Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV, an dem die Republik Österreich über …