Milliarden-Deal: T-Mobile Austria übernimmt UPC Austria

Milliarden-Deal: T-Mobile Austria übernimmt UPC Austria

T-Mobile Austria übernimmt UPC Austria.

Österreich zweitgrößter Mobilfunkanbieter übernimmt um 1,9 Milliarden Euro den TV-, Telekom- und Internetanbieter UPC Austria. Die Wettbewerbsbehörden müssen dem Deal noch zustimmen. T Mobile-Austria-Chef Andreas Bierwirth hat angekündigt keine Mitarbeiter abzubauen.

Die Deutsche Telekom baut ihr Geschäft in Österreich mit einer Milliardenübernahme aus. Die Österreich-Tochter T-Mobile-Austria übernimmt UPC Austria. Die Österreich-Sparte des Kabelnetzbetreibers Liberty Global hat derzeit 654.000 Kunden, die TV, Festnetztelefonie und Mobilfunk nutzen. Mit rund 1,9 Milliarden Euro wird der Marktwert von UPC Austria bewertet.

Der Verkauf müsse noch von den Behörden genehmigt werden. In der zweiten Hälfte des kommenden Jahres 2018 würde die Genehmigung für die Übernahme frühestens erteilt werden. Die Deutsche Telekom ist in Österreich mit dem Mobilfunker T-Mobile Austria vertreten und ist hinter der Telekom Austria die Nummmer zwei am Markt, fast gelichauf mit Hutchison Drei Austria Mit der Übernahme wird T-Mobile auch in Österreich ein Anbieter von den vier Telekom-Diensten Festnetz, Mobilfunk, Fernsehen und Internet.

Durch den Kauf von UPC Austria kann T-Mobile in Österreich erstmals Mobilfunk- sowie Festnetzangebote aus einer Hand anbieten. Österreichs drittgrößter Mobilfunkbetreiber Hutchison Drei Austria hat erst kürzlich durch die Übernahme von Tele2 sich als Telekomanbieter positioniert, um alle vier Telekom-Dienste anbieten zu können.

"Wir glauben auch, dass der Markt sich nochmal deutlich beleben wird", erklärte T-Mobile-Austria-Chef Andreas Bierwirth im Ö1-"Mittagsjournal". T-Mobile Austria bietet ab Jänner 2018 hybrides Breitband-Internet durch die Kombination von Mobilfunk und Festnetz in einem Anschluss (Router) an. Dazu wird ein Vertrag mit A1 Telekom Austria genutzt.

Strategischer Schritt

Mit der UPC-Übernahme in Österreich sei die Deutsche Telekom bei ihrem Ziel "ein wichtiges Stück vorangekommen", solche "Produkt-Bündel" in ganz Europa bereitstellen zu können, sagte deren Europa-Vorstand Srini Gopalan. Rechtlich wurde die Transaktion vom Corporate/M&A Team von Wolf Theiss Rechtsanwälte betreut.

Zuletzt hatte T-Mobile mitgeteilt, in den Niederlanden sein größtenteils nur auf Mobilfunk ausgerichtetes Geschäft ebenfalls mit einem Festnetzanbieter auszubauen.

In den Niederlanden holte sich die Telekom-Tochter T-Mobile NL mit dem Tele2-Kauf ebenfalls Festnetz ins Haus und in Polen wird mit der dortigen Orange-Tochter über den Zugang zu deren Glasfasernetz verhandelt. Einigen sich die beiden, bleiben neben den USA nur noch Albanien und Tschechien, wo die Telekom in großem Stil nur im Mobilfunk tätig ist. Experten rechnen damit, dass die US-Tochter T-Mobile US nach den gescheiterten Fusionsgesprächen mit dem Rivalen Sprint auch dort nach einer branchenübergreifenden Partnerschaft Ausschau halten könnte.

Zufriedene Analysten

Analysten und Börsianer begrüßten die Übernahe. Die zweite Übernahme innerhalb einer Woche zeige, dass sich die Telekom wieder auf Europa konzentriere, meinten Börsianer. Wolfgang Specht vom Bankhaus Lampe erklärte, dass es durch die Übernahme künftig einfacher werde, mit dem Marktführer Telekom Austria zu konkurrieren. Zudem werde die Markteinführung der nächsten Mobilfunk-Generation 5G leichter.

"Der Zusammenschluss von UPC Austria und T-Mobile Austria ist einer der größten Deals der vergangenen zehn Jahre in Österreich", so Eric Tveter, CEO Central Europe bei Liberty Global, in einer Aussendung am Freitag. Der von T-Mobile Austria gebotene Kaufpreis unterstreiche die "hohe Kompetenz" von UPC Austria am österreichischen Markt. "Es entsteht ein neuer Mega-Player für Festnetz und Mobilfunk und dies ermöglicht eine neue Dynamik im Markt", sagte Tveter. Das Österreich-Geschäft hat für Liberty Global keine große Bedeutung. 2016 steuerte es nicht einmal zwei Prozent zum Konzernumsatz von rund 19 Milliarden Dollar (16,02 Milliarden Euro) bei.

Der Verkauf könnte für den Kabelkonzern aus dem Reich des US-Medienmoguls John Malone aber noch andere strategische Gründe haben: Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg könnte die Transaktion die Türen öffnen, um wieder mit Vodafone ins Gespräch zu kommen. Mehrfach waren Verhandlungen mit den Briten zu einem Zusammenschluss großer Konzernteile gescheitert. In den Niederlanden arbeiten die beiden Unternehmen schon zusammen.

Liberty Global ist nach eigenen Angaben der weltweit größte Anbieter von TV-Kabelnetzangeboten. Das Unternehmen mit seinen rund 41.000 Mitarbeitern ist in mehr als 30 Ländern aktiv. In Deutschland ist der Konzern mit Unitymedia in drei Bundesländern mit einem Kabelnetz vertreten. Größter Konkurrent ist hierzulande Vodafone nach dem Kauf von Kabel Deutschland.

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