Milchmarkt nach Quoten-Aus im Mengen-Hoch und Preis-Tief

Milchmarkt nach Quoten-Aus im Mengen-Hoch und Preis-Tief

Die Bauernmilchpreise sind seit dem Aus der EU-Milchquote vor einem Jahr eingebrochen. Während große Milchproduzenten beispielsweise in Irland oder den Niederlanden damit umgehen können, tut sich die kleinstrukturierte heimische Landwirtschaft sehr schwer damit. Die Preisspirale nach unten dreht sich nicht zuletzt deswegen, weil Bauern die ihren Umsatz stabil halten wollen, mehr anliefern.

Kurz vor dem Ende der Milchquoten erwarteten Bauernbund und Landwirtschaftskammer keine problematische Entwicklung. Doch die Anliefermenge stieg zuletzt um rund zehn Prozent gegenüber den letzten Monaten, als die Quote noch galt. Die Preise sind eingebrochen. Derzeit bekommen Milchbauern in Österreich rund 27 bis 29 Cent netto pro Liter für konventionelle Milch und 40 Cent für Biomilch. Der Milchpreis ist bereits seit Mitte 2014 auf Sinkflug. Das Ende der Quote und die Russland-Sanktionen beschleunigten den Preisverfall weiter.

Die EU hat bereits ein 500 Mio. Euro schweres Hilfspaket geschnürt - davon 7 Mio. Euro für Österreich, das eigenständig aufdoppelte -, doch das scheint bisher die Situation bei den Landwirten nicht ausreichend zu lindern. Sowohl Agrarminister Andrä Rupprechter als auch Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes (beide ÖVP) sahen das Paket als nicht ausreichend an. Sie setzen auf mehr Export, beispielsweise von Käse nach China.

Erst am Donnerstag forderten Bauern bei einer Demonstration eine Mengensteuerung, um den Markt zu beruhigen. Die Exportstützen der EU seien kontraproduktiv, da durch solche Hilfen nicht weniger Milch produziert und angeliefert werde.

Berg- und Talfahrt

Die Milchpreis-Entwicklung für Bauern in Österreich gleicht in den vergangenen Jahren einer Berg- und Talfahrt. Der Bauernmilchpreis erreichte einen Höhepunkt im Jänner 2008 mit 40,5 Cent/kg. Im Zuge der Wirtschaftskrise 2008/09 stürzte er auf 24,7 Cent im Juli 2009 ab. Dann kletterte der Milchpreis bis Anfang 2014 wieder auf 42 Cent und ist jetzt wieder auf 27 Cent eingebrochen.

Auch vor dem Auslaufen der EU-Milchquote haben die heimischen Milchbauern im "Milchjahr" 2014/15 (bis Ende März) noch einmal kräftig die Produktion erhöht. Wegen höherer Lieferungen als die Quote erlaubte, musste eine Strafe von rund 45 Mio. Euro Strafe an die EU gezahlt werden.

Bauern mit Bio-Heumilch besser dran

Der Verfall der Erzeugermilchpreise von 40 auf bis zu 27 Cent pro Liter in den vergangenen zwei Jahren trifft die Milchbauern am härtesten, die konventionelle Milch produzieren. Für Heumilch und Biomilch erhalten die Landwirte deutlich höhere Preise. Für Bio-Heumilch zahlen Molkereien aufgrund des knappen Angebots sogar bis zu 50 Cent.

In Salzburg haben viele Bauern schon auf Bio- und Heumilch umgesattelt. Nur mehr ein Drittel der dortigen Produktion ist konventionelle Milch, zwei Drittel sind Bio- und Heumilch, sagte der Salzburger Agrar-Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) zur APA. Deswegen wirke sich auch der Milchpreisverfall in Salzburg nicht so dramatisch aus. Um die Milchproduktion zu senken und den Milchpreis zu stabilisieren, appelliert der Agrar-Landesrat an die heimischen Bauern weniger Kraftfutter an Milchkühe zu verfüttern und die Kälber länger mit Milch aufzuziehen. Als "notwendigen und besten Weg" bezeichnete er die von der EU erlaubten "strategischen Gespräche" zwischen Molkereien zur Mengensteuerung. "Dies hat nichts mit Preisabsprachen zu tun", betonte er.

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