Metaller-Herbstlohnrunde startet mit Kampfposition: Forderung bei 4,5 %

Die Gewerkschaften gehen mit hohen Forderungen in die Herbstlohnrunde der Metallarbeiter. Für Arbeitgeber-Obmann Christian Knill sind diese "eine Zumutung, verantwortungslos und überzogen."

Arbeitgeber-Obmann Christian Knill

Arbeitgeber-Obmann Christian Knill ist nach der Übergabe der Forderungen der Gewerkschaft verärgert.

Im Corona-Jahr 2020 waren sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei den Kollektivvertragsverhandlungen - der Mindestentgelte für Arbeitnehmer - der Metaller schnell einig. Man einigte sich auf Abschlüsse auf Höhe der Jahresinflationsrate von 1,45 Prozent und ging zufrieden nach Hause.

2021 dürften sich die Verhandlungen wohl länger ziehen, denn nun liegen die Positionen weit auseinander. Die Gewerkschaften pochen auf eine kräftige Erhöhung von 4,5 Prozent, außerdem sollen die Lehrlingsentschädigung und die Nachtarbeitszulage deutlich erhöht werden. Mehr qualitative Freizeit ist ebenfalls eine Forderung der Gewerkschaften. Gleitzeitguthaben sollen selbstbestimmt in ganzen Tagen konsumiert werden dürfen.

Die Arbeitnehmervertreter verweisen auf die stark anziehende Wirtschaft und die steigende Inflation. Die Basis für die Verhandlungen ist die Jahresinflationsrate von 1,89 Prozent. Nachdem die Teuerung über lange Zeit stabil bei unter zwei Prozent lag, ist sie zuletzt aber auf 3,2 Prozent gestiegen. Hinzu kommt noch die um 3,3 Prozent gestiegene Produktivität.

Rainer Wimmer von der Gewerkschaft (PRO-GE) fordert daher neben kräftigen Erhöhungen der Mindest- und Ist-Löhne sowie der Lehrlingseinkommen unter anderem auch ein höheres Feiertagsarbeitsentgelt, 24. und 31. Dezember arbeitsfrei bei Entgeltfortzahlung und ein Bekenntnis zu fairen Arbeitsbedingungen für überlassene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer."

Arbeitgebervertreter mahnt zur Vernunft

Christian Knill, Obmann der Arbeitgeberseite, zeigt sich angesichts der Forderungen verärgert. "Die Forderungen sind vollkommen überzogen, das ist verantwortungslos", meinte er und sprach von einer "Zumutung", die Arbeitsplätze gefährde. "Die Gewerkschaften agieren, als gäbe es kein Gestern und kein Morgen. Dabei müssen wir bedenken, dass wir erst seit wenigen Monaten eine der schlimmsten Wirtschaftskrisen der letzten Jahrzehnte hatten, mit einem enormen Einbruch in der Produktion von fast elf Prozent", rechnete Knill vor.

Knill, Eigentümer der Knill Gruppe und CEO der Knill Energy Holding, hatte schon vor den Verhandlungen darauf hingewiesen, dass die Produktion heuer nur knapp das aufholen wird, was im Vorjahr verloren ging. Zudem lasten die Lieferengpässe auf den Margen und die Lohnstückkosten liegen in Österreich deutlich über dem Schnitt in der Eurozone. Ein Abschluss der Kollektivvertragsverhandlungen "mit Vernunft und Augenmaß" sei daher nötig, betont Knill.

Der erste KV-Verhandlungstermin mit der Metalltechnischen Industrie ist der 29. September. Wirtschaftsforscher Helmut Hofer vom IHS rechnet mit einem Verhandlungsergebnis bei rund zweieinviertel Prozent. "Man erwartet ja auch für nächstes Jahr ein relativ gutes Bild, also ist das sicherlich tragbar und wird wahrscheinlich sogar höher werden, nehme ich an."

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