Zwiebeltürme und Lammkrone: Herbert Hacker über das "dunkelbunt " im KunstHaus Wien

Das „dunkelbunt“ ist optisch eine Geschmacksfrage, lukullisch dank Martin Wresnig nicht.

Über die typische Hundertwasser-Optik sind die Meinungen bekanntlich geteilt. Manche mögen das, andere wiederum reden von unerträglichem Kitsch. Wer dieser Gruppe angehört, wird sich wahrscheinlich etwas schwertun, einem Gourmettipp zu folgen, der ausgerechnet das Café-Restaurant „dunkelbunt“ im KunstHaus-Wien empfiehlt.

Wie bitte? An einem solchen Ort soll man gut essen können? Wo täglich Hunderte Touristen über bucklige Fußböden stolpern und mit weit aufgerissenen Augen über die seltsam bunte Welt des Friedensreich Hundertwasser staunen? Dort soll man wirklich hingehen – ohne dazu gezwungen zu werden? Die Antwort lautet: ja! Denn seit wenigen Wochen wird dieses höchst seltsame Lokal vom unvergleichlichen Szenewirt Ivo Brnjic (Theatercafe am Naschmarkt) betrieben, der einen erstaunlich guten, aber noch weitgehend unbekannten Koch geholt hat – ein Kochtalent, das hier niemand vermuten würde.

Martin Wresnig kann eine lange Liste an Top-Restaurants vorweisen, in denen er trotz seiner erst 28 Jahre bereits gearbeitet hat: vom Arlberg-Hospiz über Palais Coburg, Landhaus Bacher bis zum Deuring Schlössle. Zuletzt stand er beim genialen Gerhard Fuchs im Kreutzwirt am Pössnitzberg in der Südsteiermark in der Küche. Alles, was im „dunkelbunt“ serviert wird – von Rindsuppe über souffliertes Kalbsbutterschnitzel bis zu Lammkrone mit Rosmarin –, ist exzellent und perfekt zubereitet. Auch wenn man das Ambiente nicht als Augenschmaus empfindet, das Essen ist ein Gaumenschmaus.

Name: dunkelbunt
Adresse: 1030 Wien, Weißgerberlände 14, Tel.: 01/715 26 89
Öffnungszeiten: täglich 11–22 Uhr
Preise: Vorspeisen bis 9,50, Hauptspeisen bis 19,50 Euro

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