Year Zero – Abrechnung mit der Musik-Industrie

Year Zero – Abrechnung mit der Musik-Industrie

Der Amerikaner Rob Reid gründete vor elf Jahren den Musikstreaming-Dienst Rhapsody. Seine Idee: Musik als legalen Abodienst anzubieten. Damals wollte keiner der Plattenbosse mit ihm über diesen digitalen Musikvertrieb verhandeln. Später mussten sie es dann doch tun.

Sein jüngstes Buch „Year Zero“ (erschienen am 10. Juli) ist die satirische Abrechnung mit einer Industrie. Reid beschreibt die Musikmanager als ignorante und zynische Sturschädel. Mit ihrem jahrelangen Zögern und Blockieren hätten sie ungewollt die Gewohnheiten von Millionen Musikliebhabern verändert, weil es keine Alternative zur illegalen Kopie gab, sagte Reid der „Zeit“. Äußerst beschwerlich wird die Korrektur dieser Versäumnisse.

Die Angehörigen der Generation „Illegaler Download“ sind erwachsen geworden und werden noch länger mit verständnislosem Blick auf die legalen Alternativen blicken – selbst wenn sie mittlerweile aus dem Alter heraußen sind, wo sie mit dem Taschengeld knausern müssen. Schlechte Gewohnheiten lassen sich halt einmal schwerer ablegen. Da hat Reid leider Recht. Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis Klauen nicht mehr cool ist und Kaufen/Mieten wieder chic.

Weiterführende Links: Rob Reid Interview in der "Zeit Online"

Barbara Mayerl

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