Wo geht’s zum Streik?

Wo geht’s zum Streik?

Österreich stehe kurz vor einer Steuerrebellion, meldeten Radio und Zeitungen dieser Tage. Die hohen Abgaben seien nicht mehr zu ertragen, empören sich die Menschen landauf, landab. Vor allem, wenn das Geld dann ohnehin nur für die Rettung unfähiger Banken oder für unfähige Politiker verwendet wird. Ein Ausweg wäre ein Steuerstreik - quasi als Weckruf für die Regierung.

Ein Trafikant hat bereits damit begonnen, mehr als 1.500 Unterstützer hat er schon auf www.dersteuerstreik.at gesammelt.

Steuerstreik klingt gut. Endlich ein Streik, bei dem einem mehr am Konto bleibt! Ein einziges Problem gibt es. Für brave angestellte Bürger ist die Umsetzung nämlich denkbar schwierig. Wer der Personalverrechnung ausrichtet, das Gehalt künftig bitte inklusive aller Abgaben zu überweisen, wird wohl nur Lacher hervorrufen. Im Supermarkt zu erklären "Ich zahl das Ganze diesmal ohne Mehrwertsteuer“, geht nicht. Dem Wirt zu sagen, dass man die Abgaben bis zur großen Österreich-Reform schuldig bleibt, wird auch nicht klappen. Und auch beim Tanken zu versuchen, die Mineralölsteuer aus Protest nicht abzuführen, wird wohl nicht funktionieren.

Höchstens den einen oder anderen Handwerker oder Dienstleister könnte man vorsichtig fragen, ob es denn ohne Rechnung auch ginge - und allen, die Pfusch vermuten, "Steuerstreik“ entgegenschleudern. Die Frage ist nur, ob die Finanzbehörden, sollten sie zufällig davon erfahren, das auch so sehen oder doch dann banale Schwarzarbeiter-Strafen aussprechen.

- Miriam Koch

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