Wintersport bleibt ein österreichisches Kulturgut

Kein anderer Wirtschaftszweig hat in Österreich eine solche prägende Rolle erreicht wie der Wintertourismus. Deshalb sollten wir Skisport weiterhin an unsere Schulen bringen.

Der Artikel von Herrn Prazak zum Thema Schulskikurse veranlasst mich, aktuelle Mythen rund um den Wintersport zu widerlegen und eine Lanze für dieses sportlich und kulturell für Österreich immens wichtige Gut zu brechen.

Grundsätzlich schmerzen mich die immer wiederkehrenden Vorurteile gegenüber dem Wintersport in Österreich. So muss es auch den unzähligen erfolgreichen heimischen Seilbahn-, Gastgewerbe- und Hotelbetreibern vorkommen, die sich in den letzten Jahren mit viel Einsatz und Können an die Weltspitze des Wintertourismus gearbeitet haben. Diese internationale Führungsposition - kein anderer österreichischer Wirtschaftszweig hat bis heute eine solch prägende Rolle erreicht - beruht auf größtem Know-how, ständigem Innovationsbestreben und leidenschaftlichem Engagement.

Auch der von manchen fälschlicherweise verbreitete Befund, Skifahren sei teuer und gefährlich, lässt sich mit Zahlen und Fakten rasch widerlegen. Diese zeigen klar, dass Skifahren in den letzten Jahren im Vergleich zur allgemeinen Kaufkraft nicht teurer, sondern günstiger wurde. Das gleiche gilt auch für die Aussage, Skifahren sei „gefährlich“! Auch hier hat in den vergangenen Jahren eine erfreuliche Entwicklung stattgefunden, die zuletzt auch in der aktuellen Skisturz-Studie des ÖSV durch das Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck belegt wurde. Zudem verfügen wir in Österreich über die weltweit wohl engste, beste und schnellste Rettungskette. Zudem haben Helme und weitere Ausrüstungsfeatures das Skifahren sicherer gemacht. Das selbe gilt für den Pistenbau und die jedem Skifahrer zur Verfügung stehende Pistenfläche.

Was die Preise für Ausrüstung etc. betrifft, komme ich auch nicht umhin festzustellen, dass Skifahren niemals ein „billiger“ Sport war, aber aktuell so günstig ist wie nie zuvor. Gleiches gilt für die Qualität der Berggastronomie, die leider ebenfalls ein beliebtes Opfer pauschaler Kritik ist.

Zu unserem Bestreben, möglichst viele junge Menschen zum Skifahren zu bewegen nur folgendes: Österreich - DIE Skifahr-Nation weltweit - hat von diesem gewachsenen Sport- und Kulturgut bedeutend profitiert. Besonders viele periphär gelegenen Regionen Westösterreichs haben dadurch die Voraussetzung dafür gefunden, auch künftig Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsraum zu bleiben. Sie wurden nicht zu entvölkerten Geistertälern, wie es sie in anderen Teilen Europas leider gibt, sondern blühen auf, bleiben bewohnt und damit lebendig.

Aus diesem Grund werden unzähligen Anstrengungen unternommen, Skifahren auch weiterhin in unsere Schulen zu bringen und Lust aufs Bewegen in der Natur zu machen. Über der sportlichen Komponente ist und bleibt Wintersport ein österreichisches Kulturgut. Kinder davon auszuschließen, wäre auch der Verlust eines großen Stücks österreichischer Identität und aus sportlicher und somit gesundheitspolitischer Sicht eine Bankrotterklärung!

Mir, und meinen vielen Kollegen und Mitstreitern geht es nicht darum, kritische Meinungen als Nestbeschmutzung zu verdammen. Vielmehr muss es darum gehen, mit Fakten und Daten ein korrektes Bild zu zeichnen und den Wintersport gemeinsam im Sinne aller weiterzuentwickeln. Dies wird nicht zuletzt zu einer der relevanten Standortfragen für Österreichs erfolgreiche Zukunft zählen.

Zur Person: Nationalratsabgeordneter Franz Hörl (ÖVP) ist u.a. Vizebürgermeister der Gemeinde Gerlos.