Wien-Paris-Salzburg-Mailand-Salzburg

"Bye-bye and good Luc!“ steht auf den weißen Taschentüchern, den aktuellen Giveaways der Wiener Festwochen, mit denen das Publikum dem scheidenden Intendanten Luc Bondy nachweinen oder -winken kann. Nach 16 Jahren Amtszeit. Eine Rarität im heimischen Festivalzirkus, wie man am Beispiel Salzburg sieht.

Dort gaben die Festspiele eben bekannt, sich vorzeitig, im September 2014, von Intendant Alexander Pereira zu trennen, der ab 2015 zum Chef der Mailänder Scala bestellt ist. Die neue Intendanz wird ab 2017 ausgeschrieben. Die Salzburger Festspiele sind bis dahin zwar nicht führungslos - Schauspielchef Sven-Erik Bechtolf wird die Leitung übernehmen, wohl aber orientierungslos. Nach Gerard Mortiers zehnjähriger Amtszeit, hat es an der Salzach keiner über fünf Jahre geschafft. Auf der Showbühne der Daily News mag das Entertainment liefern, es überlagert aber die Qualität des Festivals.

Will man also hinkünftig weiter mit den internationalen Big Names der Branche arbeiten, sollte man lernen, mit ihnen umzugehen, und sie in der jeweiligen Prä-, Post- & Übergangszeit professionell arbeiten lassen. Sonst schlittert man von einer Interimslösung in die nächste. Denn der Festivalzirkus heißt nicht umsonst so. Seine Spitzenkräfte sind ein vazierendes Volk. Markus Hinterhäuser, von 2014 bis 2016 Wiener Festwochenchef, ist nun der neue Wunschkandidat des Salzburger Kuratoriums ab 2017. Planen sollte er dafür wohl ab sofort …

- Michaela Knapp

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