Wehrpflicht: Diese Fragen kann ich nicht beantworten

Wo ist die Frage: „Ich bin für verpflichtenden Zivildienst mit wahlweise freiwilligem Heeresdienst“? Nur dann könnte ich bei der Volksbefragung ein (gültiges) Kreuzerl machen.

Wehrpflicht: Diese Fragen kann ich nicht beantworten

Die beiden am 20. Jänner an mich als Österreicher gestellten Fragen kann ich nicht beantworten.

Jetzt wollen Sie sicher wissen, welche Fragen ich mir wünschen würde?
Bevor ich diese formuliere, ein paar Gedanken:

Früher gingen die Gesellen auf die Waltz. In vielen Kulturen gibt es Initiationsriten für Jugendliche, die schon einen grundsätzlichen Sinn haben. Auch wenn manche über die Zeit „schräg“ wurden. Ein wenig hat die Wehrpflicht derartige Vorgänge des „Erwachsenwerdens“ und „Abnabelns“ ersetzt. Ja, völlig richtig – so wie der Wehrdienst abläuft, ist er wohl dazu nicht – oder nicht mehr – geeignet. Also den Gedanken, dass man einen Teil seiner Lebenszeit so wie eine Steuer – über die man ja auch keine Befargung machen wird (Wollen Sie, dass Steuern verpflichtend sind? oder Wollen Sie lieber einen freiwilligen Mitgliedbeitrag beim Finanzamt leisten? - Haha!) – einbringt, kann ich durchaus nachvollziehen

Die Wehrpflicht in der heutigen Form ist bestenfalls ein Assessmentcenter für die Rekrutierung von Zeitsoldaten, also keine Wehrpflicht, sondern eine Wehrprobezeitpflicht für das Bundesheer. Manche bleiben halt dort - ähnlich wie es im Zivildienst doch viele zu geben scheint, die dann verlängern, weil sie das, was sie zuerst tun mussten, als sinnvoll für die Gesellschaft erkannt haben und deshalb weitermachen.

Damit zur Frage, die nicht auf der Liste steht:

Ich bin für ein verpflichtendes Sozialjahr für Frauen und Männer mit der Möglichkeit, alternativ und freiwillg - aber nach Gewissensprüfung - beim Bundesheer einen reformierten und ebenfalls sinnstiftenden Wehrdienst zu absolvieren.

Dort würde ich mein Kreuzerl machen.

Aber so wie es derzeit steht, empfehle ich der Politik als sinnvolle Aktion:

- Absagen der Befragung am 20.1. Ordentlich nachdenken – auch unter Bürgerbeteiligung! Ordentliche Fragen formulieren!

- Dann Befragung in einer Qualität und mit Informationen wie in der Schweiz - und hoffentlich wird dann auch „meine“ und Ihre Frage dabei sein!

Aber wenn die Befragung am Sonntag stattfindet, dann werde ich wie immer meinem staatsbürgerlichen Recht nachkommen und hingehen. Wo ich mein Kreuzerl machen werde? Der Zettel ist sicher groß genug, um es irgendwo anzubringen. Ein Kommentar dort wird wohl kaum gelesen werden.

Sorry Austria!

Michael Schober, heute Berater rund um Business Software Lösungen (ERP, CRM) hat 1980 nach vorheriger, kommissioneller Gewissensprüfung als Zivildiener seinem Land 8 Monate gegeben.