Teure Steuersünde

Teure Steuersünde

Diese Zahlen lassen schaudern: Aktuell sind in Österreich Steuerforderungen in der Höhe von sieben Milliarden Euro offen. Davon könnten 1,7 Milliarden ohne große Umschweife sofort eingetrieben werden. Allein: Es passiert nicht.

Zu großer Nachdruck der Finanz könnte nämlich die Klientel der Noch-Großparteien SPÖ und ÖVP verprellen: Pfuschende Handwerker und Hilfsarbeiter, kleine Gewerbetreibende und trickreiche Immobilienspekulanten. Stattdessen wird bei den Finanzbeamten, die auch die eben neu erfundenen Steuern exekutieren müssen, gespart. Personalstopp, Frühpensionierungen, fehlende Nachbesetzungen dünnen die Schlagkraft der Finanzer aus.

Dabei gibt es seriöse Rechnungen, wonach ein einziger neuer Betriebsprüfer pro Jahr bis zu 3,5 Millionen an hinterzogenen Abgaben hereinspielt. Nach Angaben der Finanzpolizei werden jährlich allein im Baubereich 300 Millionen an Steuern einfach nicht bezahlt. Nicht auszudenken, wenn mit strengerer Kontrolle diese Lücken geschlossen werden könnten - wir alle würden uns Sparpakete und Steuererhöhungen sparen. Derzeit hilft nicht einmal die gestiegene Steuermoral bei Bürgern, die ihr Geld legal aus der Schweiz nach Österreich transferieren möchten. Die 19.000 Selbstanzeigen in diesem Bereich können kaum abgearbeitet werden, geschweige denn die 1.800 die Immobilienertragssteuer betreffenden Fälle. Nicht, dass die Beamtengewerkschaft so sympathisch wäre, aber beim Kampf gegen Sparmaßnahmen bei den Finanzbeamten verdient sie volle Unterstützung.

- Florian Horcicka

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