Telekom: Absprung verpasst

Die Tage von Hannes Amets­reiter als Telekom-Boss sind gezählt. Aber nicht etwa deshalb, weil er in der Telekom-Kurs-Affäre ein äußerst unglückliches Bild abgegeben hat.

Auch nicht, weil er die ­Telekom Austria noch weiter in den Korruptionssumpf reingeritten hat, anstatt sie – so gut es geht – rauszuhalten. Das ihm von Beratern aufgedrängte Saubermann-Image vermochte er nie glaubwürdig rüberzubringen. Auch nicht, weil die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittelt, und nicht einmal deshalb, weil es ihm zwar nicht gelang, die Telekom auf einen Wachstumspfad zurückzuführen, er aber dennoch Dividenden mit vollen Händen verteilt.

Nein, Hannes Ametsreiter wird gehen müssen, weil im Unternehmen bald Investor Ronny Pecik das Sagen haben wird. Da muss erst Pecik kommen, dass sich an der Unternehmensspitze etwas bewegt. Und genau das ist so traurig an dieser Geschichte: Ametsreiter hat den richtigen Zeitpunkt für ­seinen Absprung verpasst, er wollte die Zeichen der Zeit nicht erkennen. Er wird wohl als jener Telekom-Chef in ­Er­innerung bleiben, dem das große Aufräumen nicht gelang, weil ihm selbst die nötige ­Distanz zur Unordnung fehlte.

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